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Chronische Blasenentzündung

Chronische Blasenentzündung – ein Erfahrungsbericht

Unsere Community ist die Beste. ❤️ Immer wieder bekommen wir tolle Nachrichten von euch und einige vertrauen uns ihre ganz persönlichen Erfahrungen an. Nachdem wir uns auf Instagram dem Thema „Blasenentzündung“ gewidmet haben, hat sich die wundervolle Laura bei uns gemeldet.

Sie hat uns von ihrem Kampf in den letzten Jahren erzählt. Wie sie von Arzt zu Arzt geschickt wurde, NIEMAND ihr helfen konnte und wie verloren sie sich fühlte. Sofort war uns klar: Ihre Geschichte MUSS geteilt werden, denn es gibt bestimmt viele Personen, denen es so ähnlich geht.

Wie mein Weg durch die Hölle begann

Hallo, ich Laura, 25 Jahre alt und wohne in der Nähe von Stuttgart. Nach einer Blinddarm-Not-Op Anfang 2014 hatte ich meine erste Blasenentzündung.

Ich habe mir einen multiresistenten Keim aus dem Krankenhaus eingefangen. Das war so ziemlich das Schmerzhafteste in meinem ganzen Leben – dachte ich damals zumindest. Seither hatte ich jährlich immer ca. 1-2 Blasenentzündungen, die immer mit einem 3-Tages-Antibiotikum behandelt werden mussten, da ich immer gleich Blut gepinkelt habe. Antibiotika brav genommen und weg war sie.

Ich habe Sämtliches ausprobiert: Sowohl die Impfung Strovac als auch die Schluckimpfung Urovaxom. Selbstverständlich pflanzliche Sachen wie D-Mannose, Cranberries, Angocin etc. Doch sie kam immer und immer wieder – und das aus heiterem Himmel!

Also NIE nach Sex (schön brav auf die Toilette direkt danach!), nie nach dem Schwimmen … sie war einfach da, als ich aufs Klo bin. ? Und es brannte jedes Mal wie die Hölle.

 

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➡️ Helfen Cranberries eigentlich bei einer Blasenentzündung oder ist das alles nur ein Mythos? Das erfährst du in diesem Artikel.

Man wollte mich zum Psychologen schicken

Am 04.11.2019 kam ich von der Arbeit nach Hause, ging auf die Toilette und da war sie wieder – eine neue Blasenentzündung. ?

Natürlich passiert sowas immer entweder am Wochenende oder abends, wenn der Hausarzt etc. bereits geschlossen hat. Also bin ich vor lauter Blut und Brennen ins Krankenhaus. Dort hat mir der Arzt ein 3-Tages-Antibiotikum verschrieben. ?

3 Tage später war KEINE Besserung in Sicht. Es brannte höllisch. Also bin ich zu meinem Hausarzt. Es folgten insgesamt bis Ende Dezember 7 weitere kurze Antibiotikagaben, die NICHTS brachten. Nach dem Absetzen der Antibiose kam sie wieder heftig zurück.

Verzweifelt bin ich von Arzt zu Arzt gerannt (Urologe, Internist, Frauenarzt – sogar zur Uniklinik in Tübingen). Dort musste ich mich rechtfertigen. Alle sagten, ich hätte mir es nur eingebildet. Die Ärzte wollten mich sogar zu einem Psychologen schicken!

Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, wie unfassbar wütend ich war. So mit einer Patientin umzugehen, die Höllenschmerzen hat, ist unter aller Sau! ?

Schmerzen und Blut, aber keine Bakterien im Urin

Chronische Blasenentzündung

Meine Urinsticks zeigten immer massenhaft Blut und Leukozyten an, doch scheinbar fand man keine Bakterien. ❌? Das wollte ich NICHT wahrhaben. Im April 2020 habe ich dann endlich nach langem Betteln einen Termin für eine Blasenspiegelung bekommen (das war übrigens die Hölle auf Erden!). Da konnte man sehen, dass der Blasenboden gerötet und entzündet war.

Der Arzt sagte nur: „Joa … keine Ahnung, was wir da machen sollen. Nehmen Sie einfach mehrere Wochen Ibuprofen 800 ein und hoffen, dass es weg geht.“ ? DANKE für NICHTS. Als hätte ich das nicht bereits mit allen Schmerzmitteln versucht. ?

Ich sag’s euch, das brannte 24/7 ununterbrochen. Die Blase schmerzte so sehr, sobald sie voll war! Und diese Schmerzen … die wurden von Tag zu Tag schlimmer.

Es blieb mir keine andere Wahl als selbst zu recherchieren

Ich musste mein eigener Arzt werden und habe mich an eine Recherche gemacht, wo ich auf eine supertolle englischsprachige Gruppe auf Facebook gestoßen. ??‍? Als ich dort die Geschichten der Frauen gelesen habe, wusste ich, dass ich richtig bin. Denen ging es genau wie mir! Schmerzen nonstop, keine Bakterien nachweisbar, aber Leukozyten und Blut im Urin.

Ich habe dann herausgefunden, dass es ein Speziallabor in den USA gibt. Ihr Lieben ich kann euch sagen: die USA ist uns – was das angeht – soooo weit voraus!

Das Labor prüft den Urin auf die DNA der Bakterien. ?? Sprich, er ist sehr sensibel und deckt ALLES auf. Das größte Problem unserer Labore ist, dass sie bis zu 50-70 % der Infektionen NICHT aufdecken! Das Testverfahren wurde 1950 das erste Mal angewendet und seither NIE weiterentwickelt. Deshalb konnte man auch die Bakterien nicht aufdecken.

Ich habe den Test aus den USA machen lassen. Die 250 $ waren es am Ende mehr als Wert, denn endlich hatte ich Schwarz auf Weiß. Ich habe MASSENHAFT Bakterien im Urin. ???

Bis heute kam übrigens KEINE Rückmeldung der Ärzte, als ich ihnen das Ergebnis gesendet hatte.

Ich wurde all die Jahre falsch behandelt

Doch das Beste, was ich in der Facebook-Gruppe herausgefunden habe: Es gibt in London eine Klinik für Blasenentzündung – die beste Klinik in ganz Europa. ? Professor James Malone-Lee hat seit 40 Jahren Erfahrung und einiges erforscht! So und was habe ich dann gemacht? Einen Termin für mich! Denn wie bisher konnte es nicht weitergehen. ❌

Am 06.10.2020 war es dann soweit. Ich konnte es nicht glauben. Dieser Arzt in London war der Erste in meiner Odyssee, der mir zugehört und mich verstanden hat. ❤️ Er wusste ganz genau, wie es mir geht und war superwütend auf meine anderen Ärzte. Wütend, weil sie mich total falsch mit den kurzen Dosierung der Breitbandantibiotika behandelt haben.

Hätte man mir von Anfang an mindestens zwei Wochen Antibiotika gegeben, wäre es mir NIE so ergangen.

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Bakterien können Jahre überleben

Folgendes ist also nach fast einem Jahr Dauerschmerzen in meiner Blase nämlich passiert: Da die Bakterien nicht rechtzeitig und vor allem nicht richtig  bekämpft wurden, hatten sie die Möglichkeit sich in meine Blasenschleimhaut einzunisten.

Die Bakterien können JAHRE darin überleben und immer wieder eine Entzündung auslösen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es immer noch dieselben Bakterien, seit meiner ersten Blasenentzündung aus dem Jahr 2014 sind! ?

Dauerantibiose ist meine letzte Chance

In meinem Zustand sprechen wir also von einer chronischen in die Schleimhaut eingebetteten Entzündung. Diese ist super schwer zu bekämpfen und man braucht unglaublich viel Geduld. Da helfen KEINE pflanzlichen Mittelchen mehr.

Der Professor hat mein Urin unter dem Mikroskop angeschaut und nach weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und Epithelzellen (Schleimhaut, die sich bei einer Entzündung löst und in der Bakterien feststecken) gesucht. ?Meine Anzahl war super erhöht – kein Wunder bei den Schmerzen.

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Das Einzige, was da hilft ist eine Dauerantibiose. Die durchschnittliche Behandlungsdauer liegt hier bei ca. 380 Tagen. Und es wird oft schlechter, bevor es dann besser wird. Das hängt damit zusammen, dass die Bakterien aggressiv aus der Schleimhaut geholt werden.

Stellt es euch so vor: Die Blase besteht aus 5 dicken Schleimhautschichten. Ist sie entzündet, schält sie sich immer wieder. Deshalb hatte ich auch ständig viele Schleimhautfetzen im Urin, die die Ärzte schlichtweg ignoriert haben!

Doch bis sich eine Schicht vollständig geschält und erneuert, dauert es etwa ein ganzes halbes Jahr. So könnt ihr euch ausrechen, wie lange es dauern könnte, da man nicht weiß, wie weit die Bakterien bereits festsitzen.

Symptome sind ausschlaggebend für die Behandlung

Pille

Die Behandlung erfolgt wie bereits erwähnt mit Antibiotika. Die Klinik startet dabei immer mit einem Antibiotikum aus der ersten Generation. Natürlich war dies kein Breitbandantibiotikum. Ebenso erhält man für die Blase das „Desinfektionsmittel“ Hiprex. Dieses gibt es in Deutschland nicht mehr.

Ich erhalte nun immer von London aus der Apotheke die Antibiosen und Hiprex. Alle 3 Monate muss ich (sofern möglich wegen Corona) zur Untersuchung hinfliegen, damit der Fortschritt beobachten werden kann. ✈️ Es kann demnach auch passieren, dass ich ein anderes Antibiotikum oder sogar eine Kombination erhalte.

Der Professor behandelt übrigens NICHT nach Urinkulturen oder -Tests. Er sagt, die Tests würden nicht zeigen, welches Bakterium die Schmerzen verursacht. Das Wichtigste sei nach SYMPTOMEN zu behandeln.

Das viele Geld zahlt sich aus

Nebenher Pro- und Präbiotika für den Darm zu nehmen ist superwichtig. So nehme ich hochdosierte Knoblauchkapseln, um Pilze fernzuhalten. D-Mannose darf dabei auch nicht fehlen.

Es ist natürlich sehr viel Geld, und nicht alle können sich das leisten (ich struggle auch ziemlich!). ? ?? Das war allerdings mein letzter Ausweg. ? Hier hat mir NIEMAND geholfen, obwohl ich bei 20 verschiedenen Ärzten war. Ich wurde nur belächelt und für verrückt erklärt. ?

Es geht nämlich vielen Frauen und auch Männern auf der ganzen Welt so dreckig wie mir. Und was soll ich sagen: Ich fühle mich nach einer zwölfwöchigen Behandlung soooo viel besser! ??

Gib niemals auf ❤️

Ich weiß, es ist noch ein langer Weg bis ich gesund bin, doch ich bin mega happy, dass ich früh auf die Klinik gestoßen bin … manche leiden nämlich 20 Jahre. Und ich kann diese Frauen verstehen, die sich vor Schmerzen überlegen das Leben zu nehmen. Ich gehörte nämlich auch dazu.

Doch dank der besten Familie, den besten Arbeitskollegen und dem allerbesten Freund habe ich es geschafft, nicht aufzugeben, um dann endlich nach einem Jahr Leidensweg eine Diagnose und vor allem Hilfe zu bekommen. Ich bin superstolz auf mich selbst! ??

Mir fehlen die Worte. Danke liebe Laura, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast und Personen, die auch daran leiden, dazu empowerst, NICHT aufzugeben. ❤️

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