Die Pille als Verhütungsmittel. Nicht zwangsläufig.

Eins vorweg – mir ist bewusst was ich da täglich zu mir nehme, aber in meiner Familie ist die Pille mehr als ein Verhütungsmittel.

Die Periode mit der Pille regulieren:

Aber fangen wir erstmal mit meiner Geschichte an: Es war Ende 1996 und ich war 11 Jahre alt als ich das erste Mal meine Periode bekam. Es war von Anfang an keine leichte Beziehung zwischen uns. Im Sommer hatte sich der Zyklus soweit eingependelt, dass mein Körper monatlich verrückt spielte. Ich hatte Krämpfe, die mich den ganzen Tag im Bett hielten (oder so schlimm wurden bis ich spucken musste) und wenn ich es schaffte aufzustehen, hat mich mein Kreislauf niedergestreckt.

Es kam wie es kommen musste. Meine Klassenlehrerin suchte das Gespräch mit meiner Mutter, da ich regelmäßig einen oder zwei Tage im Monat fehlte. Meine Lehrerin war der Auffassung, dass es an der Zeit wäre, dass ich mich zusammenreißen müsse und „Sportlerinnen würden wegen ihrer Periode ja auch nicht die Olympischen Spielen sausen lassen!“ – ein „Argument“, welches ich nach fast 20 Jahren auch noch lächerlich finde. Jedenfalls ging meine Mutter mit mir zum Gynäkologen und so kam es, dass ich mit 14 anfing die Pille zu nehmen.

Pille absetzen. Folgen?

Mit 30 beschloss ich die Pille abzusetzen. Zu dem Zeitpunkt hab ich die Pille fast 16 Jahre lang durchgenommen – höchstens mal als Teenie einen Monat lang nicht, weil ich vergessen hab einen neue Packung anzufangen. Mein Körper hat komplett verrückt gespielt. Die ersten 6 Monate hab ich es auch noch recht tapfer ertragen, dass ich mich an jedem ersten Tag der Periode übergeben hab und mehr Schmerztabletten nehmen musste um überhaupt zur Arbeit gehen zu können. Ich hatte noch die Hoffnung, dass es sich irgendwann einpendelt. Tat es nicht. Allerdings hab ich fast 2 Jahre lang ertragen bevor ich meinen Frauenarzt bat mir ein neues Rezept auszustellen. Ich bin bei meiner Minipille geblieben, die ich schon mit 14 Jahren genommen habe.

Mehr ist mehr: Hormonregulierung durch Pille

Meine Mutter nahm die Pille ebenfalls nicht zur Verhütung. Allerdings brauchte sie die Hormone um ihre Menopause aufzuhalten. Die ersten Symptome zeigten sich bei ihr mit Anfang 30. Es war in den 80ern und sie hat – auf Grund beruflicher Abwesenheit meines Vaters – allein mit 3 Kindern (eins in der Pubertät, eins im Kindergarten und ein Baby) eine komplette Hausbauphase allein durchgezogen. Der Stress hat bei ihr die Wechseljahre einsetzen lassen. In Kombination mit einer pubertierenden Tochter war das zuhause ein sehr explodierende Mischung. Meine Oma war die erste, die die Symptome meiner Mama richtig zu deuten wusste und schickte sie zum Frauenarzt. Der stellte fest, dass die Wechseljahre bei ihr eingesetzt haben. Da die Familienplanung eh abgeschlossen war, entschied man sich, dass man die Pille dafür einsetzt die Menopause hinauszuzögern bis sie „alt genug“ dafür war.

Besonders in den letzten Jahren ist das Bewusstsein in Bezug auf die Pille deutlich gestiegen und man hat sich wirklich damit auseinander gesetzt was man da schluckt. Ich hab mich dafür entschieden, da ich sonst an mindestens zwei Tagen pro Monat flach liege, weil eine Periode mich völlig ausknockt.

Trotzdem kann jede Frau selbst entscheiden und ihre eigenen Erfahrungen machen! Die Periode muss kein Alptraum sein, aber auch nicht jede Frau muss die Pille nehmen, denn es gibt verschiedene Verhütungsmittel, wie es auch Produkte für die Periode gibt!