Hassliebe PMS: Zwischen Heißhunger und Gefühlschaos

Ladies, wir kennen es alle – die Tage des Monats an denen die Hormone beginnen Achterbahn zu fahren, das Verlangen nach Süßem, Fettigem und/oder Salzigem steigt und die Gefühle oftmals völlig irrational sind. Die „Tage vor den Tagen“ oder einfach PMS (prämenstruales Syndrom).

Bei mir sind die „kritischen“ Tage etwa 4 – 5 Tage vor Einsetzen der Periode. Mein Verhalten im Supermarkt gleicht plötzlich dem einer Fünfjährigen. Normalerweise landet eine Tafel Schokolade in meinem Einkaufskorb. Während der PMS – Zeit sind es dann doch ein paar mehr und die ein oder andere Tüte Chips und/oder Kekse.

Lange Zeit habe ich mich deshalb schlecht gefühlt. Besonders während meiner letzten Beziehung. Mein Ex hat sich während unserer Beziehung zum Fitnessfanatiker gemausert und hat mich regelmäßig beim Einkaufen wegen meiner Liebe zu Süßkram mit bösen Blicken und Kommentaren gestraft. PMS konnte er überhaupt nicht nachvollziehen. Dadurch hat er mir oft das Gefühl gegeben, dass ich „schwach“ sei und es kontrollieren könnte. Als ob das Gefühlschaos und die Achterbahn fahrende Hormone nicht schon schwer genug gewesen wären. Fehlender Beistand macht das Chaos dann nur komplett.

Warum fällt es uns so schwer uns während dieser Zeit zu akzeptieren?

Ja, man fühlt sich unwohl. Man hat vielleicht Wassereinlagerungen und einen kleinen Blähbauch. Die Brüste schmerzen. Starker Heißhunger ist am Start… Es klingt vielleicht abgedroschen aber an diesen Tagen ist meiner Meinung nach Selbstliebe besonders wichtig:
Jahrelanger Konsum von Frauenzeitschriften, die uns immer wieder neue „Superdiäten“ verkaufen wollen um mit retuschierten Fotos werben, haben unseren Blick auf uns und unseren Körper völlig verzerrt. Wenn unser Körper uns Signale gibt, sollten wir darauf hören. Wenn er an bestimmten Tagen im Monat dringend Schokolade will, sollten wir sie ihm geben statt im Kopf die Kalorien durchzurechnen. Diese Kilos während dieser Zeit sind im Normalfall genauso schnell weg wie sie gekommen sind, ebenso wie alle anderen Beschwerden.

Unser Körper leistet in dieser Zeit großartiges. Deshalb sollten wir ihn ohne schlechtes Gewissen und ohne Scham feiern und ihn so sehen wie er ist – einzigartig, komplex und wundervoll. Deshalb sollte man auch aufhören die Frage „Hast du etwa deine Tage?“ als etwas schlechtes zu sehen. Vermutlich haben wir alle diese Frage irgendwann in unserem privaten oder beruflichen Leben gestellt bekommen, weil wir in einer Situation „schwierig“ oder emotional waren. Es ist falsch sich deshalb zu schämen! Stattdessen sollten wir uns bewusst machen was unser Körper da Monat für Monat leistet und ihm den nötigen Respekt zollen.

Deshalb: feiert euch. Genießt die Weiblichkeit. Genießt jedes Stück Pizza oder Schokolade und macht euch bewusst wie wunderbar jede von uns ist.

 

Ein Artikel unserer großartigen neuen Bloggerin: Janina