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Bodypositivity

Bodypositivity als Lebenseinstellung

Interview mit doitcurvy:

Liebe Roxy, was beschäftigt dich momentan am meisten und warum?

Momentan beschäftige ich mich sehr mit meinem eigenen Sein als Frau, meiner Periode, meinem Eisprungs, der Sexualität mit meinem Partner und auch mit mir selbst. Es sind so viele Dinge, die mich beschäftigen aber immer wieder führt es auf mich zurück auf die Frage: „Wer will ich sein und wie will ich sein?“ Vor einem Jahr habe ich meine Anti-Baby-Pille abgesetzt, nach 11 Jahren Einnahme. Ich habe noch nie so viel „Ich“ erfahren. Es ist wunderbar aber manchmal auch sehr anstrengend.

Du bist 25 Jahre jung, gelernte Erzieherin und Bloggerin. Wie schaffst du den Spagat zwischen 2 Jobs, Fotoproduktion, Freunden und Familie?

Das ist gar nicht so einfach und oft fliegt mir einfach alles um die Ohren – es wird aber immer besser. Ich bin froh, dass meine Familie, Freunde und meine Arbeitskollegen alle wissen was ich neben meinem Beruf als Erzieherin mache und mich unterstützen. Ich arbeite Vollzeit in meinem Job als Erzieherin und liebe diesen Beruf, in der Zeit hat das Influencer-Leben Ruhe. Vor ein paar Monaten hat es mir sehr zugesetzt, wenn ich mal einen Tag nichts gepostet habe oder meine Zahlen nach unten gingen. Mittlerweile bin ich da sehr entspannt und poste nur, wenn es zeitlich passt und mein Bauchgefühl mitmacht.

Ich habe gelernt, auf mein Energielevel zu achten und mir Auszeiten zu gönnen. Freunde, Familie und mein eigenes Wohl gehen mir mittlerweile vor.

„Die körperliche Verfassung trägt natürlich auch zum glücklich-sein bei. Denn wenn es euch schlecht geht, hat man dann die Lust und die Kraft lächelnd durch die Welt zu gehen?“ heißt es in einem deiner Artikel auf doitcurvy.de – Wann kam dir der Gedanke sich mehr mit dir selbst, deinem Zyklus und deinem Körper zu beschäftigen und wie bist du diese Themen angegangen?

Wie in der ersten Frage schon kurz erwähnt, fing alles mit dem Absetzen der Pille an. Ich hatte vorher nie eine Verbindung zu meinem Körper, meine sexuelle Lust lag bei gleich Null. Ich kannte meinen Körper nicht und habe daher nicht auf ihn hören können. Dieser Zustand ging bis zur Mitte des letzten Jahres. Im November 2017 besuchte ich das erste Mal meine jetzige Heilpraktikerin. Sie eröffnete mir so viele neue Wege in gesundheitlicher und auch spiritueller Hinsicht. Ich habe gelernt meinen Körper wahrzunehmen, meinen Zyklus zu erkennen und mich weiblich zu fühlen. Zusätzlich habe ich angefangen zu meditieren und mich für mehr zu interessieren, als die offensichtlichen Dinge im Leben.

Mittlerweile liebe ich es, ich zu sein und positiv meine Umgebung zu erkennen.

Du hast dich von einer „Fashionbloggerin“ zur „body love“ und „Bodypositivity“ – Feministin entwickelt, was sicher polarisiert. Wie reagierst du auf Kommentare, die deiner Einstellung widersprechen, unangebracht sind und echt unter die Gürtellinie gehen?

Ich muss ehrlich sagen – ich habe kaum „Hater“. Mir stellt sich auch oft die Frage woran es liegt und ich denke, es liegt an meiner Offenheit und dem Hauch von Humor, den ich in meine Storys packe. Ich gebe viel von mir Preis, bin aber dadurch nicht angreifbarer.

Beleidigungen werden sofort geblockt. Für konstruktive Kritik bin ich immer offen und man kann auch gut mit mir reden, solange alles in einem ordentlichen Ton passiert.

Auf deinem Blog und deinem Instagram-Profil sprichst du sehr unterschiedliche Themen an, was inspiriert dich für diese Vielfalt? Wie wichtig ist es dir dabei ein Vorbild zu sein?

Ich liebe Menschen, die Vielfalt und das Leben. Menschen an den Dingen, die mich glücklich machen oder glücklich gemacht haben teilhaben zu lasse erfreut mich zutiefst. Ich helfe sehr gerne und bin immer offen für neues im Leben. Man kann nie wissen, was morgen, nächsten Monat oder in ein paar Jahren passiert. Ich bin offen und lasse alles auf mich zukommen, denn alles passiert aus einem bestimmten Grund. Durch meinen Beruf als Erzieherin, bin ich ja schon in einer Vorbildfunktion und auch auf Instagram zieht sich dieser rote Faden durch meinen Alltag. Ich bin gerne Vorbild und Inspiration aber ich bin auch ein Mensch, mache Fehler und tue Dinge, auf die ich vielleicht nicht immer stolz bin.  Aber genau das, hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin.

Ich liebe es über Sexualität zu sprechen oder über mein Leben als „dicker Mensch“. Es betrifft so viele und es gibt so viele, die nicht so zu sich stehen, wie sie es sollten. Das will ich ändern!

„Bodypositivity“, kannst du das Wort noch hören, oder ist es gerade auf Instagram schon ein abgegriffener Trend geworden? Verliert es langsam den eigentlichen Sinn und hast du das Gefühl es ist ein ständiger Kampf zwischen den Körperformen „dick“ und „dünn“?

(okay das sind eigentlich 2 Fragenblöcke :D)

Die Menschen sollen verstehen, dass es nicht nur Schwarz und Weiß auf dieser Welt gibt. Das Leben und die Menschen sind so bunt und das sollten wir akzeptieren und erkennen. Viele Menschen haben da leider noch eine sehr eingeschränkte Blickweise und lassen sich auch nicht immer eines Besseren belehren. Auf meinem Blog geht es nicht ausschließlich um´s „Dick sein“, es geht um Vielfalt. Ja ich bin dick und rede über Selbstliebe und ein gutes Körpergefühl, das heißt aber noch lange nicht, dass ich eine Befürworterin von dicken Menschen bin. Ich sehe nun mal so aus uns setze mich für Vielfalt ein und genau das, verstehen einige nicht.

Ich freue mich, dass so viele Menschen immer mehr lernen sich anzunehmen und dass es immer mehr Menschen auf Instagram gibt, die gegen die Gesellschaftliche Norm ein Zeichen setzen. Probleme habe ich nur mit Bloggern/Influencer die auf diesen Zug aufspringen aber sich selbst eigentlich gar nicht so annehmen, wie sie in den sozialen Netzwerken vorgeben.

Was tust du am liebsten, wenn es dir während deiner Periode mal mies geht?

Ehrliche Antwort? Ich masturbiere. Selbstbefriedigung hilft bei Krämpfen und macht mich glücklich. Sonst gönne ich mir viel Ruhe und nehme mir in diesen Tagen noch mehr Zeit für mich.

Ich kann nur sagen: „Macht immer das, was euch glücklich macht. Die eigene Freiheit, die Lust am Leben ist wie eine Droge und wenn man einmal angefangen hat, möchte man nie mehr aufhören. Man selbst zu sein, ist das tollste Gefühl!“

 

… dem haben wir nichts hinzuzufügen und ziehen den Hut vor so viel Mut und Selbstbewusstsein, kombiniert mit einem unglaublichen Körpergefühl – mehr Inspiration findet ihr in Roxana’s Texten
auf ihrem Blog!

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