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eyd, empower your dressmaker

Empower your dressmaker – Interview mit eyd

Wir waren zu Gast beim Modelabel eyd aus Stuttgart. Die Beschreibung klein aber oho, trifft hier voll und ganz zu, denn sie haben eine große Mission. Durch ihre fair und nachhaltig produzierter Kleidung helfen sie Frauen in Indien, die aus der Zwangsprostitution kommen, wieder Fuß zu fassen. Bei unserem Besuch konnten wir der Gründerin Nathalie Schaller gleich ein paar Fragen zu diesem hammer Business stellen.

The Female Company: Von Fair Fashion haben viele schon gehört – ihr gebt dem Begriff aber eine wirklich neue Bedeutung. Denn bei euch steht nicht der Gewinn im Fokus, sondern die Produzentinnen eurer Kleidung. Wie kam es zu dieser super Denkweise?

Eyd: Ich selbst komme eigentlich gar nicht aus der Modebranche, sondern bin Juristin. Gerechtigkeit lag mir schon immer am Herzen. Mir ging es daher von Anfang an nicht darum, ein neues Modelabel zu gründen. Denn davon gibt es schon genug. Wir sehen uns eher als gut gekleidete Menschenrechtsinitiative. Im Kern geht es uns darum, unseren Näherinnen zu helfen. Denn die haben eine super schwere Vergangenheit (Zwangsprostitution) hinter sich und hätten ohne uns kaum eine wirkliche Perspektive im Leben. Unser Leitsatz „Empower your Dressmaker“ bringt das auf den Punkt.

The Female Company: „Aid is in the making.“ Bei euch steht Female Empowerment an erster Stelle, wie schafft ihr es noch eure Produzentinnen in Mumbai zu unterstützen?

Eyd: Die Frauen in unserer indischen Partnerwerkstatt bekommen nicht nur faire Arbeit in einem liebevollen Arbeitsumfeld, sondern sie bekommen jeden Nachmittag auch psychologische Betreuung, Unterricht in basic life skills und können sogar einen Schulabschluss nachholen. Das Projekt ist nicht darauf ausgelegt, die Frauen für immer als Näherinnen zu behalten (außer natürlich, sie möchten das so), sondern die Frauen sollen ihre Talente und Träume entdecken und werden darin unterstützt, ihr Leben in Freiheit zu gestalten.

 

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Schulunterricht für die Näherinnen

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Näherin in eyd-Werkstatt
Bilder: Michael Colella

The Female Company: Jede Produzentin wird bei eyd in der Kleidung verewigt, warum ist das so wichtig?

Eyd: Uns war es wichtig, eine Brücke zwischen der Näherin und dem Käufer zu schlagen. In jedem Kleidungsstück findet man daher einen individuellen Blumenstempel der Frau, die an dem Kleidungsstück mitgearbeitet hat. Auf unserer Homepage kann man dann unter dem entsprechenden Blumensymbol ein bisschen mehr über die jeweilige Frau erfahren. Damit wollen wir den Käufern hierzulande einen kleinen Einblick geben und für die Frauen in Indien ist es eine große Wertschätzung.

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Imprint in Blumenform
Bild: Michael Colella

The Female Company: Back to the start. Wie kommt man eigentlich vom Jura Studium zur Gründung eines Modeunternehmens?

Eyd: Als ich vor ein paar Jahren bei einem sozialen Einsatz Frauen kennen lernte, die aus Zwangsprostitution befreit worden waren, war mir sofort klar, dass ich solchen Frauen helfen möchte. Denn diese Frauen brauchen berufliche und persönliche Perspektiven um den Weg zurück in die Gesellschaft zu finden. Zu der Zeit wurden auch die Produktionsbedingungen in der Modeindustrie immer mehr beleuchtet und ich konnte schließlich nicht mehr mit gutem Gewissen Klamotten Shoppen. Und da kam dann die Idee auf, ein eigenes bio-faires Modelabel zu gründen, das durch die Produktion Frauen mit Zwangsprostitutionshintergrund eine neue Perspektive bietet.

The Female Company: Ein großer Schritt die Kanzlei deines Vaters nicht zu übernehmen und dich deinem eigenen Business zuzuwenden – sicherlich war Daddy nicht sofort begeistert. Was waren noch Schwierigkeiten eurer Erfolgsgeschichte? Und wie seid ihr mit ihnen umgegangen?

Eyd: Ja meine Eltern waren am Anfang sehr skeptisch. Mittlerweile sind sie aber die größten Fans. 🙂 Wir hatten das Projekt ursprünglich mal ehrenamtlich/nebenberuflich angefangen. Als wir das Projekt dann schließlich professionalisieren und zum Beruf machen wollten, mussten wir alles nochmal komplett neu denken und neu aufstellen. Das war ziemlich anstrengend. Aber an so Punkten muss man einfach langfristig denken.

The Female Company: Was sind die Pläne für eure magische Zukunft?

Eyd: Oooooh wir haben viele und große Pläne. 🙂 Die Modewelt revolutionieren, ganz vielen Frauen helfen…und dann unbedingt ein Buch drüber schreibe. 🙂

The Female Company: Bei so viel Female Empowerment möchte man eure Botschaft am liebsten in die ganze Welt hinausschreien. Wie kann man euch Powerfrauen unterstützen?

Eyd: Shoppen, Weitertragen, Weitererzählen….denn jeder Kauf hilft!

The Female Company: Na dann schauen wir doch gleich mal bei der neuen Sommerkollektion vorbei. 😉

 

Sommerkollektion 2019
Bild: Mathis Leicht
Header: David Sünderhauf
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