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Janas Kolumne: „Ich war nie mit mir zufrieden. Bis jetzt“

Drumrum reden? Is nicht. Was Jana schreibt, ist echt, authentisch und kommt mitten aus dem Herz. Ihre Worte über die Liebe zu anderen, zu sich selbst und zum eigenen Körper treffen bei uns voll ins Rote. Wir sind mega happy, dass sie ihre Gedanken ab sofort nicht mehr nur auf ihrem Instagram-Account @vonkopfbisfuss_ mit uns teilt, sondern ab sofort auch regelmäßig in dieser Vulva-Mag-Kolumne. Aber jetzt Bühne frei:

Ich tippe zum dritten Mal diese Zeilen, weil ich so nervös bin, alles klang so gestellt und so gewollt, jetzt versuche ich es mal auf meine Art.

 

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Hey, ich bin Jana, ich bin 28 Jahre alt, bin verheiratet, seit knapp einem Jahr Mama und ich habe ab heute das Vergnügen, für euch im „Vulva Magazin“ Texte über mich und mein Leben zu schreiben. Damit ihr wisst, was euch erwartet, möchte ich euch gerne ein bisschen was von mir erzählen:

Ich arbeite seit 2012 als Krankenschwester und nebenbei unter dem Namen „vonkopfbisfuss“ als Freelancer bei Instagram und berichte dort über mein Leben, über Feminismus, Female Empowerment, Selbstliebe, wie es ist, Mutter zu sein, über den Struggle des Lebens und über meine Erfahrungen.

Ich möchte mit meinen Storys, Fotos und Worten anderen Menschen ein Sprachrohr sein.

Ich möchte aufrütteln, ich möchte bewegen, ich möchte inspirieren, ich möchte diskutieren. Ich möchte über das Schöne reden und über das Schlechte. Wie es soweit gekommen ist, dass ich so vieles aus meinem Privatleben und vor allem von meinen Erkenntnissen als Neu-Mama teilen möchte? Nun, ich verrate es euch.

Anfang 2018 saß ich mittags mit einem positiven Schwangerschaftstest in der Hand im Bad und heulte in Strömen. Ab da änderte sich für mich so ziemlich alles. Nicht, weil ich die komplette Kontrolle über mich und meinen Körper verlor, sondern weil ich nicht mal im Geringsten einschätzen konnte, was diese Schwangerschaft und die Geburt mit meinem Geist machen würde.

Alles, was ich bis dato vom Muttersein wusste, kannte ich aus Lektüren, Zeitschriften oder Ratgebern. Für mich war die Welt einer Mutter immer etwas aus Erzählungen, immer aus einer anderen, nicht greifbaren Zeitzone. Ich hatte wirklich keine Ahnung, was mich erwartete.

Ich war vorher kein schlechter Mensch, aber wirklich nett war ich auch nie.

Ich war sehr weltoffen und tolerant, doch tolerierte ich nicht genug. Ich beschäftigte mich mit mir als Frau, aber dennoch zu wenig mit dem Frauenbild. Ich liebte mich als Menschen sehr, doch andere Menschen noch viel mehr, zumindest was die äußere Schönheit angeht.

Ich war nie mit mir zufrieden. Bis jetzt.

 

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Die Reise zu mir selbst begann ab dem Zeitpunkt, als ich das erste Mal meinen Sohn auf dem Arm hielt.

Von da an sollte sich mein ganzes Leben verändern. Ich rede nicht davon, wie es ist, das erste Mal die Windel zu wechseln, die Brust zu geben oder was ich machen soll, wenn das Baby weint. Ich rede davon, wie ich lernte, mich und meine Umwelt anders wahrzunehmen.

Ich lernte nicht nur, wie es ist, ernsthaft für eine andere Person zu leben und zu denken, sondern ich lernte vor allem, einen Menschen besonders gut kennen: Mich selbst.

Ich weiß nicht, ob es der Moment der Geburt war, der mich veränderte, oder die Tatsache, dass ich jeden Tag den Spagat mache zwischen Mutter sein, Hausfrau, Ehefrau, Freundin, Geliebter, Karrierefrau (die ich nun mal sein will) und mich deshalb ständig frage, wie ich das alles schaffen soll und warum überhaupt. Vielleicht war der ausschlaggebende Punkt auch der, dass ich dachte, im Kreißsaal top gestylt auftauchen zu müssen, um nach viel zu vielen Stunden einzusehen, dass es eh niemanden interessiert, ob ich mein Kind ungeschminkt oder mit dem perfekt geschwungenen Lidstrich empfange oder nicht.

Es gibt Momente, da ist das äußere Erscheinungsbild keinen Heller wert.

Alleine diese Erkenntnis hat mich zutiefst und nachhaltig beeinflusst und zum Nachdenken gebracht. Früher, da bin ich sonntags nicht mal ungeschminkt zum Bäcker Klaus ins Dorf gefahren und heute spreche ganz selbstverständlich zu 100.000 wildfremden Menschen ungeschminkt ins Handy und niemand hat sich auch nur einmal negativ dazu geäußert. Im Gegenteil, die Menschen mögen das sogar.

Was ist, wenn ich mir all die Jahre selber vormachte, für die Außenwelt perfekt sein zu müssen, obwohl es nie wirklich notwendig war?

Und was ist, wenn wir immer das Gefühl haben, dies wirklich sein zu müssen, weil es irgendwo auch von uns erwartet wird? Die Antwort auf so viele Fragen und noch mehr Gedanken zu meinem Alltag könnt ihr ab heute hier oder auch zum Teil auf meinem InstagramKanal verfolgen. Ich möchte, dass das Muttersein und die Gespräche darüber nicht nur denen vorbehalten sind, die auch Mutter sind, sondern all denen gewidmet sind, die sich für dieses Thema interessieren, egal ob Kinderwunsch oder nicht.

Ich möchte zeigen, dass Mama sein nicht nur bedeutet, Babykotze wegzuwischen, sondern auch eine Chance sein kann, sich neu zu erfinden.

Und ich hoffe, dass ich es durch Witz und Charme schaffe, es für alle zugänglich zu machen. Schön, dass ihr hier seid. Ich freue mich auf eine tolle Zeit zusammen.

Bis bald,

Jana

Über die Vulva-Bloggerin

Jana @_vonkopfbisfuss

Jana möchte zeigen, dass Mama sein nicht nur bedeutet Babykotze wegzuwischen. Sondern auch eine Chance sein kann, sich neu zu erfinden. In ihrer Vulva-Mag-Kolumne und auf Instagram (@vonkopfbisfuss_) schafft sie das – und wie!!

Zu allen Artikeln von Jana @_vonkopfbisfuss
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