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Life in plastic, it’s fantastic? Eine Bestandsaufnahme.

Bei Instagram läuft/lief der Hashtag #plasticfreejuly auf Hochtouren, schockierende Bilder von regelrechten Müllteppichen auf der Meeresoberfläche gehen viral und in den Nachrichten wird von der EU-Kommission berichtet, die sich für ein Verbot von Strohhalmen und Wegwerfgeschirr ausspricht – das Thema Plastik ist omnipräsent geworden und lässt sich aus der Debatte um die Zukunft unseres Planeten ebenso wenig wegdenken wie die Abholzung des Regenwaldes oder steigende Meeresspiegel.

Aber warum steht Plastik überhaupt in so einem schlechten Ruf und wie groß ist das „Problem Plastik“ wirklich?

(K)eine Welt ohne Plastik?

Plastik ist zunächst einmal der umgangssprachliche Ausdruck für Kunststoff, und von Kunststoffen jeglicher Art sind wir täglich umgeben. Viele unserer Lebensmittel, vor allem natürlich Getränke, kaufen wir zum Beispiel in Verpackungen aus dem Kunststoff Polyethylen (PE), in Matratzen und Autositzen wird Polyurethan (PU) verarbeitet, Polyvinylchlorid (PVC) steckt in Fußböden, Schläuchen und Kunstleder. Selbst Kaffeebecher aus Pappe sind innen mit Kunststoff beschichtet.

Kunststoffe werden zu so vielen unterschiedlichen Dingen verarbeitet, weil sie in ihren chemischen Eigenschaften leicht auf den jeweiligen Bedarf angepasst werden können. Durch Variationen einzelner Bestandteile oder Herstellungsschritte lassen sich ganz einfach weichere oder härtere, elastischere oder stabilere Kunststoffe mit höherer oder niedrigerer Hitzebeständigkeit herstellen. Damit ist Plastik ein weitaus vielseitigerer Werkstoff als beispielsweise Metalle oder Holz. Klingt doch super – oder?

Warum Plastik uns gefährlich werden kann:

So selbstverständlich wie Plastik in unserem Alltag geworden ist, so wenig machen wir uns der Gefahren bewusst, die davon ausgehen. Problematisch wird Plastik – genauer gesagt, bestimmte Bestandteile davon – für Mensch und Tier vor allem dann, wenn es in den Körper gelangt und sich dort anreichert. Stoffe wie Bisphenol A oder Pthalate (Weichmacher) wirken sich auf den Hormonhaushalt aus und werden mit Krankheiten wie Krebs oder mit Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Sie können sich sich zum Beispiel aus Lebensmittelverpackungen oder Bodenbelägen lösen und werden so mit der Nahrung oder über die Atemluft aufgenommen. Seit ich mich in die Thematik eingelesen habe, wird mir gerade beim Gedanken an Kinderspielzeug aus Plastik ehrlich gesagt ein bisschen schlecht. Und auch, wenn ich mich frage, was zur Hölle Kunststoffe überhaupt in Kosmetika wie Zahnpasta, Sonnencreme oder Duschgel zu suchen haben. Auch darin finden sich winzige Plastikteile, sogenanntes Mikroplastik, das über unseren Abfluss wiederum in den Wasserkreislauf gelangt.

Plastik im Meer:

Weil enorme Mengen an Müll im Meer landen, wird Plastik auch dort zum Problem!

Fische, Schildkröten, Meeressäugetiere und -vögel oder Krebse verfangen sich im Müll und werden stranguliert, halten das Plastik für Fressen und verschlucken winzige Teilchen davon. Dieses Mikroplastik können die Tiere nicht verdauen: Sie verenden mit vollen Mägen. Mit den Fischen, die für den menschlichen Bedarf gefangen werden, landet das Mikroplastik schließlich – ganz richtig – direkt auf unseren Tellern.

Durch Meeresströmungen gelangen die Riesenmengen an Plastik an die Küste und sorgen dort für die unschönen Bilder von vermüllten Stränden, die einmal weiß und unberührt waren. Doch diese Bilder sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern vor allem ein Zeichen dafür, wie unachtsam wir Menschen mit unserem Planeten umgehen – indem wir unsere eigenen Ressourcen mit gefährlichen Stoffen vergiften, die sich über Jahrhunderte nicht abbauen und mit denen die Natur deshalb nicht mehr fertig wird.

Plastik in Zahlen:

Dass der Mensch nicht mehr Herr über die Massen an Plastik ist, zeigen auch erschreckende Zahlen, zum Beispiel vom Bundesumweltamt:

Plastik ist extrem schlecht biologisch abbaubar:

Eine Plastiktüte braucht 10-20 Jahre, bis sie rückstandslos abgebaut ist, eine Plastikflasche sogar 450 Jahre!

Plastikmüll direkt vor unserer Haustür:

Auf 100 Meter Nordseestrand wurden knapp 400 Müllteile gefunden, davon sind mehr als 70 Prozent Kunststoffe.

Im Süden der Nordsee liegen durchschnittlich 11 kg Müll auf einem Quadratkilometer.

Plastikmüll in der EU:

Von den EU-weit entstehenden Plastikabfällen – 2014 waren es 26 Millionen Tonnen! – landen jährlich bis zu einer halben Million Tonnen im Meer. Das sind pro EU-Bürger etwa 1kg pro Jahr.

Plastikmüll weltweit:

Weltweit werden jährlich ca. 300 Millionen Tonnen Plastik produziert, von denen wiederum 8 Millionen Tonnen in den Ozeanen landen. Ihr könnt selbst hochrechnen, wie viel Plastik dann in 5, 10 oder 20 Jahren im Meer schwimmt.

Der größte Anteil an Plastikmüll fällt übrigens in asiatischen Ländern an. Trotzdem sollte sich jedes einzelne Land an die eigene Nase fassen: Rund um den Globus exportierten viele (auch europäische) Staaten jahrelang Unmengen an Müll nach China, ohne genau zu wissen (oder nachzuprüfen?!), was dort damit passiert – das wirkt sich natürlich auch auf die Statistik aus.

Aktiv gegen Plastik!

Wie ihr seht, ist Plastik ein Riesenthema – ich könnte stundenlang darüber schreiben und könnte die Problematik dabei trotzdem lediglich anreißen. Ihr wollt mehr über das Thema wissen und euch für eine Welt mit weniger Plastik einsetzen? Damit seid ihr nicht allein: Bei meiner Recherche bin ich auch auf kleinere und größere Initiativen und Aktionen gestoßen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, über die Probleme rund um Plastik aufzuklären und aktiv dagegen vorzugehen. 

 

Wie wir dagegen vorgehen wollen? PLASTIKFREIE Tamponhüllen! Unterstütze unsere Kampagne, damit wir mit unserem Partner weiter forschen können!
Ihr wollt nachlesen und euch weiter informieren? Hier findet ihr interessante Quellen zu:
Plastik und Krankheiten
Plastik in Kosmetika
Plastik als Gefahr für Tiere
Plastik in Zahlen (EU)
Plastik in Zahlen weltweit
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