„Mein Tampon ist zu tief reingerutscht. Muss ich operiert werden?“ Fünf Mythen rund um Tampons

Es gibt unendlich viele Mythen rund um Tampons. An manchen ist etwas Wahres dran, an manchen nicht. Wir haben nachgefragt, denn wie Oma sagen würde: „Lieber Vorsicht als Nachsicht.“

„Schwimmen mit Tampon geht nicht.“

Natürlich könnt ihr euren Bio-Tampon beim Schwimmen verwenden. Es kann sein, dass er sich schneller vollsaugt, als ihr es in trockener Umgebung gewohnt seid. Ein Ausflug auf die Damentoilette kann danach also nicht schaden. Und wenn das Bändchen mal aus dem Bikinihöschen rutscht? Wir leben im Jahr 2018: Dorthin positionieren, wo es hingehört und weiterschwimmen.
„Mein Tampon ist zu tief reingerutscht. Muss ich operiert werden?“
Diese Situation solltet ihr ernst nehmen. Es gibt bestimmte Positionen, in denen ihr leichter an einen verschwundenen Tampon kommt: Zum Beispiel, indem ihr in die Knie geht. Wenn ihr ihn einfach nicht finden könnt, ruft euren Frauenarzt an. Er oder sie findet ihn ganz sicher.
Zur Beruhigung: In deinem Unterleib ist viel Platz und der Tampon ist weich, weswegen deinen Organen in der Regel nichts passiert. Der Tampon kann auch nicht – wie in diversen Foren behauptet wird – in deine Gebärmutter rutschen. Pass jedoch auf, dass du deinen Tampon nicht länger als acht Stunden in dir trägst.

„Dürfen Tampons ins Klo?“

Der Umwelt zu Liebe, bitte nicht. Und das gilt sowohl für Bio-Tampons als auch konventionelle Tampons. Überleg mal: Ein Tampon soll Flüssigkeiten aufsaugen. Du kannst dir also vorstellen, was passiert, wenn er mit sehr viel Flüssigkeit durch diverse Rohre rutscht. Nicht gut.
An dem Material unserer Bio-Tampons wird dennoch kontinuierlich gearbeitet. Während konventionelle Tampons bis zu 500 Jahre benötigen, um zu verrotten, sind unsere Bio-Tampons bereits zu 98,6% biologisch abbaubar.
Nicht nur 100% sind das Ziel – langfristig eine einfachere Tampon Entsorgung zu ermöglichen, mindestens genauso.

„Ich hatte meinen Tampon zu lange drin. Bekomme ich jetzt das TSS?“

Dein Tampon sollte nur eine bestimmte Zeit lang im Körper bleiben. Wechsle ihn immer dann, wenn er vollgesaugt ist oder etwa alle 4-6 Stunden. Wenn du ihn vergessen hast, ist es wichtig, auf Symptome zu achten, die ungewöhnlich sind. Zum Beispiel: Plötzlich auftretendes hohes Fieber (>39 Grad Celsius), Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Ohnmacht, Muskelschmerzen sowie Sonnenbrand-ähnliche Hautirritationen.

Für das toxische Schock Syndrom braucht es noch mehr: Du müsstest Staphylococcus Aureus, eine Bakterie, die in der Nase, Haut und Scheide anzutreffen ist, in dir haben. Außerdem wurde das toxische Schocksyndrom in Zusammenhang mit den Inhaltsstoffen wie zum Beispiel ‚Carboxymethylcellulose’ (E466) festgestellt.(1,2,3)
Das Beste kommt zum Schluss:

„Tampons schützen vor Schwangerschaft.“

Nein. Einfach nein.

Stattdessen ist die Periode ein verlässlicher Schwangerschaftstest, denn du kannst nicht Schwanger trotz Periode werden. Dieser Mythos stammt daher, dass sogenannte hormonbedingte Schwangerschaftsblutungen oder die Nidationsblutung häufig mit der Periode verwechselt werden. Achte also immer auf die Farbe der Blutung. Eine dunkle, lang anhaltende Blutung spricht dafür, dass du deine Periode hast, während Schwangerschaftsblutungen eher hellrot sind.

 

Quellen:
1) Das Toxic-Shock-Syndrom aus gynäkologischer Sicht, Werner Mendling, Frauenarzt 2016/11.
2) CDC. Toxic-shock syndrome–United States. MMWR 1980;29:229-30.
3) CDC. Follow-up on toxic-shock syndrome–United States. MMWR 1980;29:297-9.