Menstruationstasse und TSS?

Es gibt ein Thema, zu dem wir eigentlich unsere Klappe halten wollten. Aber da wir regelmäßig mit Kommentaren wild gewordener Menstruationstassen-Trägerinnen auf dem Zyklusmarsch der Befreiung der Frau von Tampons überhäuft werden, müssen wir endlich ein paar Dinge loswerden:

Liebe Menstruationstasse, let’s have a chat!

1. Menstruationstassen sind eine super Sache.
Wir finden sie KLASSE und keiner hier ist auf den Kopf gefallen, deswegen können wir’s aussprechen: Sie sind umweltschonender als Bio-Tampons!
So jetzt ist’s raus.

2. Wir wollten die Tasse anfangs daher in den Shop nehmen. Doch dann sind wir auf ein Problem gestoßen:
Der Zusammenhang zwischen TSS und der Tasse ist bisher wenig untersucht, da sie erst seit wenigen Jahren auf dem Massenmarkt ist. 2015 ist eine 37-Jährige Frau nach Tassennutzung erkrankt, bisher gibt es nur wenige Forschungen zum Thema.(4)

Die neueste Laborstudie aus Frankreich ergab, dass Menstruationstassen die Bakterienbildung im Vergleich zu Tampons in größerem Maß förderten.

Wenn man sich mit dem Zusammenhang zwischen TSS und Tampons beschäftigt, ergibt das Sinn. Denn ein besonders erhöhtes Aufkommen von TSS-Erkrankungen trat durch den ‚Rely Tampon‚, einen extra stark absorbierenden Tampon, von Procter & Gamble in den 1980er Jahren auf. Dieser konnte nicht nur wesentlich länger im Körper bleiben, er fing gleichzeitig mehr Blut auf.(1,2) Aus diesem Grund wurde der Tampon Code of Practice von EDANA eingeführt, der wärmstens empfiehlt, Tampons alle 4 bis 6 zu wechseln. Bisher gibt es vergleichbare Empfehlungen nicht für Menstruationstassen, obwohl das Auffangvolumen und die Tragedauer über der des ‚SuperSaugers‘ liegen.

Dennoch: Es handelt sich bei der Laborstudie um EINE Studie und letztendlich zählt die Langzeitnutzung des Produktes. Bevor das nicht geklärt ist, werden wir das Produkt noch nicht in den Shop integrieren aber warten weitere Studienergebnisse gespannt ab.

3. Trotzdem finden wir die Tasse KLASSE und denken, dass Fans egal welches nachhaltigen Hygieneproduktes zusammenhalten sollten. Denn wir alle wollen doch eins: Hygieneprodukte, die umweltschonender, fairer und sozialer sind.

Welches nachhaltige Hygieneprodukt letztendlich das Richtige ist, darf jede Frau gerne selbst entscheiden.

 

Quellen:
1) CDC. Toxic-shock syndrome–United States. MMWR 1980;29:229-30.
2) CDC. Follow-up on toxic-shock syndrome–United States. MMWR 1980;29:297-9.
3) CDC. Historical Perspectives Reduced Incidence of Menstrual Toxic-Shock Syndrome — United States. MMWR 1990;39:421-423.
4) Impact of currently marketed tampons and menstrual cups on Staphylococcus aureus growth and TSST-1 production in vitro. 2018 American Society for Microbiology.