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Nicola auf dem Weg zu Chaiim

Nicola berichtet: So helfen unsere Nähmaschinen in Indien

Gleich wird euch unsere Indien-Korrespondentin Nicola hier live (okay, fast) berichten, wie wir mit unseren Nähmaschinen Frauen in Indien helfen. Davor aber noch einmal kurz ein Blick zurück:

Im Juli haben wir über Instagram zu einer Sharing-Aktion aufgerufen. Pro geteilten Stories spendeten wir einen Euro für den Kauf von vier Nähmaschinen. Diese gingen an die „Chaiim Foundation“ in Mumbai, welche Frauen beschäftigt, die aus  Menschenhandel und Prostitution gerettet wurden. Mehr dazu erfährst du hier.

Nicola war vor Ort dabei, als die Nähmaschinen-Lieferung ankam. Ihre Eindrücke hat sie hier aufgeschrieben und zusätzlich gefilmt. Das Video findest du ganz am Ende dieses Artikels.

Nicolas Erfahrungsbericht aus Indien

Disclaimer: ich benutze häufig die männliche Version, dient aber nur dem Stil – es sind natürlich alle Geschlechter angesprochen. 😊 *Namen geändert

Im Auto auf dem Weg zum Chaiim Projekt. Eine Reise, die vor mir schon viele Mädeln gemacht haben – aber mit einem anderen Hintergrund. Statt wie ich für The Female Company zu berichten, starteten sie damit in ein neues Leben. Abseits von Prostitution und Menschenhandel. Was dabei wohl in ihren Köpfen vorging?

Chaiim rettet Frauen aus Menschenhandel und Prostitution

Die „Chaiim Foundation“ arbeitet mit einem Regierungsprogramm zusammen, das Frauen aus prekären und vermeintlich aussichtslosen Lebenssituationen rettet. Gegründet wurde das Projekt von Ramona und ihrem Ehemann Keith.

Die Workspaces, in denen die geretteten Frauen als Näherinnen beschäftigt werden, ist im Stadtteil Borivali angesiedelt. Dort ist es weniger laut und wuselig ist als in anderen Teilen Mumbais. Ein für Indien schon fast ungewohnt ruhiges Gefühl. Der Stadtteil ist viel grüner, als der Rest von Mumbai und sehr christlich geprägt. Mir fällt die weise gewählte Location der christlichen Chaiim Foundation wie Schuppen von den Augen.

Im Inneren des bunt gestalteten Gebäudes wird es wuselig. Die Mädels flitzen umher, trinken Chai, essen Frühstück, die Nähmaschinen im hinteren Teil liegen im Halbdunkel und der Büro-Bereich (in welchem ich mich befinde) ist hell erleuchtet. Mehrere kleine Kabinen und freistehende Schreibtische reihen sich aneinander und ich werde in die kleinste Kabine geleitet, die Tür fällt zu und Ramona und ich lernen uns kennen.

Workspace von Chaiim

Female Empowerment wird hier gelebt

Ich merke schnell: Ramonas und Keiths Aufmerksamkeit liegt voll und ganz auf den Mädels. Umarmungen, aufmerksame Fragen, Lachen, aufgeregte Gespräche – und jede Menge Motivation. Diese wird auch mit der Geschichte deutlich, die Keith in einer großen Runde erzählt: Sie handelt von einem Esel, der sein Leben lang hart arbeitete und als Dank von seinem Herrn in einen Brunnen geschmissen wurde. Der Herr begann den Brunnen mit Sand zu füllen und der Esel hatte zwei Möglichkeiten: entweder ersticken, oder den Sand nach jeder Ladung platt trampeln und irgendwann (nach vielen Sandladungen) aus dem Brunnen klettern und frei sein zu können.

Viele der Mädchen nickten, verinnerlichten die Metapher für ihr eigenes Leben. Keith machte den Mädels sogar noch mehr Mut: stellten sie sich gut an, würden Keith und Ramona auch bei der Suche nach einem neuen Ehemann behilflich sein, das wohl wichtigste Ziel einer traditionellen Inderin…

Nicola und Ramona

Nach dieser Session bekam ich den Eindruck, dass dies nicht einfach „nur“ eine Auffangorganisation ist, sondern mehr: Familie, Zusammenhalt, neue Freunde, gesunde Beziehungen, Grenzen.

Ich halte zum ersten Mal eine Stoffbinde in den Händen

Zurück in Ramonas Büro zeigte sie mir die erste Stoffbinde. Ich war gespannt das finale Produkt zu sehen und es in den Händen zu halten. Der grüne, dünnere Stoff bildet die Basis der Stoffbinde, verschließbar durch einen goldenen Druckknopf auf der Rückseite. Im inneren der Stoffbinde befindet sich eine wenige Millimeter kürzere, aber einige Millimeter dickere Stoffeinlage – ich erkannte den weichen Stoff von eyd und musste schmunzeln.

Dann ging alles recht schnell, Raju, Ramona und ich liefen zum neuen Workspace, der noch verwinkelter hinter den ersten, großen Workspace liegt. Wir hielten vor einer rosafarbenen Tür – The Female Company Design on point würde ich sagen. Der neue Workspace von Chaiim, gefundet von The Female Company, ist etwa 40 Quadratmeter groß, bestehend aus einem großen Raum für die Nähmaschinen, direkt neben der Eingangstür, einem Flur, einem Material-Raum, einer Küche und einem Bad.

Und dort waren sie: Die vier neuen Nähmaschinen, finanziert durch die The Female Company Community.  Wir räumten die Planen weg, packten Zubehör aus Kartons aus, ordneten es den Maschinen zu, schoben die Maschinen in die wahrscheinliche Position und es war so schön zu sehen, wie der Space wohl bald aussehen wird.

Nach etwa 45 Minuten sollten eigentlich die Arbeiter kommen, die die Werkzeuge haben, um die Nähmaschinen final aufzubauen, doch stattdessen kamen die Arbeiter, die den Wänden den letzten Schliff geben würden. Das ist Indien und auch typisch Indien: erst die Wände spachteln, Nähmaschinen aufbauen und fertigstellen und dann den Boden sanieren. Well…

Übrigens: Im neuen Workspace wir eine der angestellten Frauen zum Supervisor befördert! Karrierechancen bietet Chaiim also auch 💪🏼 Ramon hatte dafür bereits eine junge Frau im Blick, mit der sie bereits seit 7 Jahren zusammenarbeitet.

Zum Abschluss interviewte ich Ramona noch tiefergehend zu ihrer Arbeit und dem Chaiim Projekt. Ihre Antworten und noch mehr visuelle Eindrücke könnt ihr in diesem Video sehen. Eins steht fest: Was The Female Company mit ihren Spenden leistet, kommt an – und hilft! Ich werde bald zurückgehen und euch noch mehr berichten. Promise!

Wow – Tausend Dank für deinen Besuch bei Chaiim Nicola!

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Aline geht das Leben am liebsten so an: „No bad vibes“. Klappt natürlich nicht immer, aber meistens doch ganz ausgezeichnet. Das bringt nicht nur ihr selbst gute Laune, sondern hoffentlich auch allen um sie herum – genau wie Müsli zum Abendessen oder eine dicke Kugel Dunkle-Schoki-Schwarze-Johannisbeere-Eis.

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