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Die Pille für den Mann: Kommt da bald mal was?

Zum Sex gehören immer zwei. Doch bei der Verhütung sieht das schon ganz anders aus. Warum gehört die Pille für Frauen seit Jahrzehnten zum daily business – und für Männer nicht? Wird an der Pille für den Mann überhaupt geforscht? Ein Überblick.

Okay, machen wir uns nichts vor. Es gibt Themen, die sind und bleiben einfach Frauensache. Die Periode zum Beispiel. Männer haben einfach keinen Eisprung und werden sich – zumindest nach dem, was wir bisher über Geschlechter, Biologie und Evolution wissen – auch die nächsten hundert Jahre (never say never) keine Gedanken um Bio-Tampons und Co. machen müssen. Aber nur, weil wir die Babys bekommen, heißt das doch nicht automatisch, dass die Verantwortung für die Verhütung fast komplett bei uns liegt, oder? Bisher irgendwie schon.

Denn wenn wir jetzt mal vom Kondom absehen, sind es ja doch wir, die sich hauptsächlich darum kümmern, dass Mr. Spermium und Mrs. Eizelle kein plötzliches Blind Date haben. Spirale, Implantat oder Verhütungsring – irgendwie alles „Frauensache“. Die Antibabypille als beliebtestes Verhütungsmittel der Deutschen (laut BzgA, 2011) sowieso. Oder habt ihr schon mal von einem Typen gehört, der sich den Wecker stellt, um seine Freundin an ihr tägliches To Do zu erinnern? Noooope. Dabei wäre es doch auch für die Männer praktisch, wenn sie ein bisschen mehr Kontrolle hätten.

Warum also gibt es sie noch nicht, das ultimative Verhütungsmittel für Männer? Wo bleibt die Pille für den Mann? Frauen schlucken ihre zusätzlichen Hormone schließlich schon seit den 1960ern. Eigentlich ziemlich viel Zeit, um auch nach dem Gegenstück zu forschen. Was ist da los? Genau das haben wir uns gefragt und sind auf die Suche nach Antworten gegangen.

Gibt es Forschung zur Pille für den Mann: Studien?

Setzt man sich mal genauer mit dem Thema „Männerpille“ auseinander, trifft man ziemlich schnell auf Prof. Dr. Eberhard Nieschlag. Der in den Medien vielzitierte Mediziner hat fast seine ganze Karriere an männlichen Verhütungsmethoden (oder wie es im Fachjargon heißt „männlicher Kontrazeption“) geforscht. Unser Mann!

Auf Nachfrage verweist er uns auf das „2. Pariser Manifest“– und was soll man sagen. Dieser öffentlichen Erklärung, unterzeichnet von zahlreichen Forschern, zeigt sozusagen mit ausgestrecktem Finger und Sirenengeheul auf die Pharmakonzerne und die Politik. Kurz und knapp von uns zusammengefasst lautet der Aufruf: Steckt euer Geld in die Forschung zu Verhütungsmethoden für den Mann – NOW!!!

Wenn sogar Spezialisten unseren Wunsch nach Pillen-Gleichberechtigung teilen, warum wurde da nicht schon längst mehr gemacht? Gute Frage. Im Manifest steht dazu „die pharmazeutische Industrie konzentriert sich auf andere Investitionen und muss daran erinnert werden, dass Männer bereit sind, Verantwortung […] zu übernehmen“. Sprich: Das Thema hat offenbar keine Priorität.

Pille palle, Männerpille?

Aber stimmt das? Ob die Erforschung für Dinge wie „die Pille für Männer“ wirklich Prio haben, kann uns die Pharmaindustrie wohl am besten selber sagen. Deswegen haben wir einfach mal bei einigen Konzernen wie Bayer (Jenapharm), Pfizer und Teva (Ratiopharm) nachgefragt. Was wir herausbekommen haben: Keiner forscht gerade Verhütungsmethoden für den Mann. Auch sonst ist in keiner öffentlichen Quelle ein Hinweis zu finden, dass auch nur ein Pharmakonzern in die Richtung arbeitet. Null, nada, niente.

In vielen Internetforen wir vermutet, dass das an reiner Kalkulation liegen könnte. Die Antibabypille ist schließlich ein Milliardenmarkt und wird bisher von unzähligen Frauen brav geschluckt. Warum also unnötig in Alternativen investieren.

Pille für den Mann: Nebenwirkungen as we know them

Fairerweise muss man allerdings sagen, dass es auch andere Gründe geben könnte. Eine vielversprechende Studie der WHO zur hormonellen Verhütung (mit Spritzen) für Männer wurde 2016 zum Beispiel frühzeitig abgebrochen, weil es zu starke Nebenwirkungen gab. Allerdings dürften die einigen Pillen-Nutzerinnen nur allzu bekannt vorkommen: Zu den häufigsten Symptomen zählten beispielsweise Akne und Stimmungsschwankungen.

Natürlich sind wir keine Fachfrauen und können nicht beurteilen, wann eine Forschung weitergeführt werden soll und wann nicht. Seltsam wirkt es aber schon. Und irgendwie verschwindet die Aussicht auf eine „Pille für den Mann“ in weit weit entfernte Galaxien. Bleibt das echt alles, inklusive Pickel und Moodswings, für immer an uns Frauen hängen? Moment, vielleicht gibt’s da doch noch Hoffnung.

Verhütungsmethoden für den Mann: Gel, Pille und mehr

Ein Blick zurück ins „2. Pariser Maifest“ zeigt, dass es einige vielversprechende Methoden geben könnte. Lassen wir die zwar hormonfreien aber operativen Möglichkeiten zur „reversible Vasektomie“ – also die umkehrbare Sterilisation des Mannes –  und ein kaum erforschtes implantierbares Ventil mal außen vor, bleiben mindestens noch zwei hormonelle Alternativen:

  • Ein Transdermales (also durch ein Pflaster auf der Haut aufgetragenes) Nestoron®/Testosteron-Gel.
  • Ein modifiziertes Androgen (Sexualhormon), das geschluckt wird – das wäre dann sozusagen tatsächlich die „Pille für den Mann“.

Obwohl sich Pharmakonzerne und Regierungen offenbar nicht an der Froschung dazu beteiligen, gibt es irgendwo auf der Welt doch noch Wissenschaftler und Unieinrichtungen, die vielleicht gerade jetzt Sperma und Co. unter die Lupe nehmen. Das kalifornische Unternehmen „Health Decisions“ führt beispielsweise gerade eine Studie zu oben genanntem Gel durch.  Und in Sachen „Männerpille“ wurde erst im März 2018 eine Studie veröffentlicht, die als „major Step forward“ betitelt wird.

US-Wissenschaftler der University of Washington in Seattle fanden. heraus, dass eine Hormon-Pille bei regelmäßiger Verabreichung, das männliche Testosteron im Blut sinken lässt (Testosteron ist das „männliche Sexualhormon“, das zum Beispiel für die Spermienproduktion verantwortlich ist). No Testosteron, no Sperma, no Babies.

Klingt doch gut. Ist das also die Lösung, nach der wir suchen? Noch schwierig zu sagen. Denn bisher wurden nur Blutwerte untersucht, einen echten ääähm Feldversuch gab es nicht. Eine Langzeitstudie zu dieser täglich einzunehmenden Pille für den Mann läuft aber wohl gerade. Stay tuned…

Also, was ist jetzt Sache mit der Pille für den Mann?

Puh, das war ganz schön viel. Was wissen wir denn jetzt eigentlich? Also: Bis Männer sich den täglichen Reminder stellen werden, alle paar Monate Rezepte beim Arzt holen müssen und Breakdowns wegen vergessener Pillen bekommen, wird es höchstwahrscheinlich noch laaange dauern. Offenbar scheinen es Pharmakonzerne und Behörden nicht so eilig damit zu haben. Wir dafür schon – und andere Superbrains auch: Neben Unis und NGOs haben auch Bill Gates und seine Frau Melinda die Wichtigkeit des Themas erkannt und investieren mit ihrer Stiftung in die Forschung zur „Pille für den Mann“. Na wenn das mal keine Ansage ist. Wir haben zwar keine Millionen, aber werden weiterhin das tun, was wir können: Darüber reden – und nicht alles schlucken.

 

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