Pink Tax: Warum die Periode kein Luxusgut ist!

In Deutschland ist die Umsatzsteuer die bedeutendste Einnahmequelle für den Bund und Länder. Je höher und dann auch noch möglichst überall drauf, desto besser.

Seit Mitte der 60er Jahre gibt es einen ermäßigten Steuersatz – statt 19% nämlich nur 7%.
Heute ist das Steuergesetz so unübersichtlich, wie für Digital Natives der Blick in den Brockhaus, denn..

Die ermäßigte Steuer gilt für Produkte des „täglichen Bedarfs“ – quasi unsere Grundsicherung. Produkte, auf die wir nicht verzichten können.

Zum Beispiel:
Bücher und Zeitungen (fair enough), Kunstgegenstände (hust), Hotelübernachtungen (wir reisen zumindest gerne) und Lebensmittel wie Kaviar (warum nicht gleich ’ne Ermäßigung auf den Yacht-Kauf?!).

Wer sich die Steuers(h)ituation genauer anschaut, ist spätestens jetzt verwirrt:
Essen gehen im Lokal = 19%. Zum Mitnehmen = 7%.
Tiernahrung = 7%. Babynahrung = 19%,
Äpfel = 7%. Apfelsaft = 19%.

Der Luxus der Hygiene.

Bei uns zählen Damenhygieneprodukte zu Luxusgütern und werden mit regulären 19% versteuert. Auch in vielen anderen Ländern war das lange so – jedoch nicht mehr!
In England wurde die Steuer dank Politikerin Dawn Primarolo bereits im Jahr 2000 auf 5% gesenkt. Aktuell versuchen mutige Frauen eine Senkung auf 0% zu erreichen. Etwas, das Länder wie Kanada, Kenia oder Irland bereits geschafft haben. Hier werden keinerlei Steuern mehr auf Tampons erhoben! #TamponTax #FreePeriods
Aber auch in Frankreich haben es Frauen vereint geschafft, eine Steuersenkung zu bewirken.

In Deutschland haben wir in Europa mit den höchsten Steuersatz auf Tampons.

Warum bewegen wir also nicht endlich unseren Popo auf die Straße?! Mit rotem Morphsuit und wehender Fahne! Wir finden es ist an der Zeit, dass wir unsere Herausforderungen selbst in die Hand nehmen und uns für eine faire Besteuerung einsetzen! Erzählt also euren Mädels davon, Mädels!

Vielleicht doch noch Hoffnung?

Am 18. Juni 2018 verabschiedete auch der australische Senat einen Gesetzesentwurf, der die Tampon-Steuer abschaffen soll. Laut Bento und Mashable argumentiert Senatorin Janet Rice mit folgenden Worten für die Änderung:

„The current Act amounts to a tax on the biology of people who menstruate and it never should have existed in the first place.“

Wir sehen es genauso und werden mit roten Hosen, Kunstblut und euch auch in Deutschland auf die Straße gehen! Bis dahin solltet ihr folgende Petition unterschreiben und gemeinsam mit uns Nanna-Josephine & Yasemin unterstützen! Lasst uns gemeinsam für unsere Rechte laut werden!