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Polyzysitsches Ovar Syndrom

Was ist ein Polyzystisches Ovar-Syndrom?

Polyzystisches was? Versuchen wir es zunächst mit einer Übersetzung dieses Wortwirrwars. Poly bedeutet übersetzt viele oder mehrere. Zystisches kling nach Zyste. Ovar ist wiederum der Fachbegriff für den Eierstock. Viele-Zysten-Eierstock Syndrom? Fast, denn beim Polyzystischen Ovar-Syndrom, kurz PCOS, bilden sich viele kleine Bläschen an den Eierstöcken. Ausgelöst wird das Ganze durch eine Hormonstörung, die sich durch die übermäßige Produktion von Androgenen äußert. Androgene sind Hormone, die, die männlichen Geschlechtsmerkmale, wie z. B. Hoden, produzieren. Dadurch wird der Reifeprozess der Eizellen verhindert. Die Follikel entwickeln sich nicht und bleiben als Bläschen an den Eierstöcken. Genau genommen handelt es sich also gar nicht um Zysten. Korrekt wäre: Polybläschen Ovar-Syndrom.

Was sind die Symptome von PCOS?

So ein gestörter Hormonhaushalt geht natürlich nicht spurlos an unserem Körper vorbei. Ein häufiges Symptom von PCOS ist daher eine unregelmäßige Regelblutung. Häufig verabschiedet sich die Periode auch komplett. Macht irgendwie Sinn, denn wenn der Reifeprozess der Eizellen verhindert wird, ist auch ein Eisprung nur sehr unwahrscheinlich. Der Körper fängt dann erst gar nicht mit dem Nestbau an. Unfruchtbarkeit ist die Folge, weshalb das Syndrom oftmals bei Frauen mit Kinderwunsch festgestellt wird.

Auch Haare und Haut sind betroffen. Beispielsweise klagen Betroffene oftmals über Akne und fettige Haare. Die vermehrte Ausschüttung von Androgenen kann darüber hinaus zu einer stärkeren Körperbehaarung führen. In manchen fällen kann auch die Anfälligkeit für Angststörungen und Depressionen steigen. Absolutes Chaos in unserem Körper also.

Habe ich wirklich PCOS?

Bevor wir nun alle in Panik verfallen: Einmal tief durchatmen, denn die Diagnose von PCOS sollte erst nach gründlichen Untersuchen gestellt werden. Irgendwie kommen uns die oben genannten Symptome doch bekannt vor, oder?

Schon mal die Pile abgesetzt? Auch hier herrscht in unserem Körper das reinste Chaos: Unsere Haare fallen aus, unsere Haut tut wieder so als wäre sie 13, die Periode lässt ebenfalls ewig auf sich warten und durch den Abfall des Östrogenspiegels kann es auch hier zu ungewollter Körperbehaarung kommen.

Damit soll das PCOS keinesfalls verharmlost werden. Wichtig ist es jedoch sich zunächst sehr gründlich von einem Arzt durchzuchecken zu lassen, wenn der Verdacht auf das Syndrom besteht.

Der Test auf PCOS besteht im Wesentlichen aus zwei wichtigen Schritten: Aufnehmen von Symptomen durch den Arzt und dem Prüfen der sog. Rotterdamm-Kriterien. Werden zwei dieser Kriterien erfüllt und lässt die Anamnese, also die intensive Befragung der Patientin nach ihrer Vorgeschichte, keine anderen Ursachen für die Symptome zu, kann von PCOS gesprochen werden. Aber wirklich erst dann! Die Rotterdamm-Kriterien lassen sich aus den Symptomen ableiten:

1. Ausbleibende oder unregelmäßige Regelblutung
2. eine erhöhte Androgenproduktion
3. die „Perlschnurovarien“ im Ultraschall, also die besagten Bläschen an den Eierstöcken

Eine genaue Untersuchung ist im Fall von PCOS also besonders wichtig, da die Symptome eben auch im Zusammenhang mit anderen hormonellen Schwankungen auftreten können. Seid daher bitte sehr achtsam und holt euch ggf. noch andere ärztliche Meinungen ein.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wurde das PCO-Syndrom zu 100% diagnostiziert, müsst ihr trotzdem nicht in Panik verfallen. PCOS ist behandelbar. Oftmals wird dazu die Pille verschrieben. Ok, das klingt irgendwie eher gewöhnungsbedürftig. Hormone nehmen, um den Hormonhaushalt zu regulieren? Und was, wenn man nicht sein Leben lang die Pille nehmen möchte? Es soll ja Frauen geben, die tatsächlich einen Kinderwunsch haben.

Okay, bevor nun alle frustriert den Laptop zuklappen, das Smartphone wegschmeißen oder den Stecker ihres Rechners ziehen, finally some good news: Tatsächlich gibt es die Möglichkeit PCOS natürlich zu behandeln. Dabei spielt die Ernährung einen wesentlichen Faktor. Gerade im Fall von Übergewicht kann sich eine gesunde Ernährung positiv auf den Hormonhaushalt auswirken.

Achtung, wichtiger Hinweis: Normalerweise sind wir absolut kein Fan von Low-Carb und Diäten, die einem medialen Schönheitsbild hinterherjagen. Alle Frauen sind schön. Punkt.

Die Behandlung von PCOS, in der die Patientin ihr Gewicht reduziert, gilt daher nur für diejenigen, die bereits eine wasserdichte Diagnose bekommen haben und tatsächlich übergewichtig sind bzw. an einer Insulinresistenz leiden. PCOS tritt nämlich häufig bei Diabetikerinnen auf. Die Gewichtsabnahme dient dann ausschließlich gesundheitlichen Zwecken!

Habt ihr euch für eine Ernährungsumstellung entschieden, helfen viele Ballaststoffe und ausreichend Sport. Welcher Ernährungsplan für konkret euch in Frage kommt, solltet ihr aber auf jeden Fall mit eurem Arzt oder eurer Ärztin besprechen. Denkt dran, dass euer Körper weiterhin eine ausgewogene Ernährung braucht!

Schwanger werden mit PCOS

Eine weitere gute Nachricht zum Schluss: Die meisten Frauen können bei einer Behandlung des Syndroms schwanger werden. Neben der natürlichen Methode wird PCOS dabei zum Teil auch mit Hormonen fernab der Pille behandelt. Auch hier solltet ihr euch gründlich informieren und das Gespräch mit eurem Arzt oder eurer Ärztin suchen.

Quellen:
https://focus-arztsuche.de/magazin/krankheiten/das-pco-syndrom-erkennen-und-behandeln
https://generation-pille.com/der-pcos-irrtum/

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