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Schamgefühl

Von Peinlichkeiten & Schamgefühlen

Wer kennt es nicht: die Ohren werden heiß, die Wangen werden rot und dieses „oh-mein-Gott-nein“ Gefühl steht einem bis zum Haaransatz ins Gesicht geschrieben. Wir schämen uns für uns selbst und unsere peinlichen Aktionen, oder wir „fremdschämen“ uns für andere -früher für peinliche Eltern (boar Mama, das ist so peinlich was du da machst!), heute für völlig betrunkene Kollegen auf der Weihnachtsfeier.

Schamgefühle haben wir nicht nur einmal im Monat zur Periode:

Jedem von uns passiert hin und wieder etwas vermeintlich Peinliches und jeder von uns kennt dieses Gefühl. Die einen schämen sich schneller, die anderen haben eine niedrigere „Schamesgrenze“. Ich persönlich hätte mich vor ein paar Wochen gerne in Luft aufgelöst, als ich einem fremden Mann auf offener Straße versehentlich mit voller Wucht die Brille von der Nase geschlagen habe, als ich meiner Freundin wild gestikulierend eine lustige Anekdote aus meinem Leben erzählt habe. Meine erste Reaktion war selbstverständlich: Scheiße, hoffentlich hat das keiner gesehen! Natürlich hat es jemand gesehen, denn wir standen an einer ziemlich gut besuchten U-Bahn-Station. Mein unfreiwilliges Opfer nahm es zum Glück mit Humor und auf meine verzweifelten Entschuldigungsversuche hin murmelte er etwas von wegen „ganz schön schlagfertig“, oder so. Im Nachhinein (und als die erste große Welle der Schamgefühle nachließ), sah die Welt dann schon wieder ganz anders aus. Klar, mir tut mein Opfer leid. Es ist bestimmt nicht gerade erheiternd, von einer jungen Frau auf offener Straße mit der Rückhand eine geschmiert zu bekommen! Aber hey, ich habe schließlich Wichtiges zu erzählen, also Augen auf, wer da vor einem gestikuliert!

Periode mit Schamgefühlen? Fehl am Platz. 

Ob wir das gut finden oder nicht, Fakt ist: das Schamgefühl gehört zu den stärksten und auch unangenehmsten Gefühlen, die wir Menschen so hervorbringen können. Aber egal, ob wir in derartigen Situationen lieber im Erdboden versinken oder den Kopf in den Sand stecken möchten, wir müssen da meistens leider einfach durch. Nicht hilfreich ist es dann, wenn die typischen „Scham-Symptome“ (wie der bereits erwähnte hochrote Kopf) in Erscheinung treten und die ganze Sache nur noch schlimmer machen.

Warum ist uns so oft so vieles so unendlich peinlich, das uns gar nicht peinlich sein müsste? Oft hängt es – wie könnte es auch anders sein – mit der Entwicklung der Gesellschaft über die vergangenen Jahrhunderte hinweg zusammen. Bestes Beispiel dafür: der Begriff der Schamlippen. Körperlichkeit und Lust wurde über einen langen Zeitraum hinweg mit dem Begriff der Scham eingeengt und negativ belastet. Da wir aber inzwischen (whoop whoop!) in einer Zeit leben, in der sowohl Frauen als auch Männer ihre Sexualität frei ausleben dürfen, können wir eigentlich auch ruhigen Gewissens die letzten Überbleibsel der Schamhaftigkeit ablegen. Zum Beispiel, indem wir den Ausdruck Schamlippen durch Vulvalippen ersetzen – auch ganz offiziell im Duden! Für unsere wunderbaren „Lady-Parts“ müssen wir uns nämlich schon lange nicht mehr schämen!

Wer der Meinung ist, dass „Scham“ im Wort nichts mehr zu suchen hat, unterschreibt hier!

Keine Scham für deine Periode!

Das gilt übrigens ebenso für unsere Periode! Irgendwie ist sie doch immer noch ein Tabuthema. Sie wird durch Ausdrücke wie „Erdbeerwoche“ oder „die rote Tante ist zu Besuch“ ersetzt. Mädels, die sich heimlich ein Tampon in die Hand drücken, machen das unauffälliger, als jeder Drogendealer! Dabei ist das absolut nicht notwendig. Denn auch wenn wir es schon eine Millionen Mal gehört haben: Unsere Periode ist nun mal was ganz Natürliches. Und wenn wir ehrlich sind, wünschen wir uns doch hin und wieder mehr Anerkennung dafür, dass wir jeden Monat mit ihr klarkommen müssen. Also warum sollten wir uns dafür schämen?!

Schamgefühl – der Klebstoff, der unsere Gesellschaft zusammenhält

Dass unser Schamgefühl auch etwas Gutes mit sich bringt, klingt erst mal völlig absurd. Tatsächlich könnte man Scham aber als „Klebstoff der Gesellschaft“ bezeichnen. Dieses Gefühl, dass wir übrigens erst im Alter von circa zwei Jahren entwickeln, hilft uns, unsere Identität nach außen zu schützen. Es sorgt dafür, dass wir Regeln und Konventionen einhalten. Denn wir wissen: tun wir es nicht, ist uns das so unangenehm, dass es schon fast weh tut. Das Schamgefühl sorgt dann dafür, dass wir uns unserer eigenen (blöden) Aktionen bewusst werden. Auf andere wirken unsere hochroten Ohren hingegen beschwichtigend: „Aha, der Mensch weiß, dass er einen Fehler gemacht hat, wir müssen ihn also nicht noch weiter bestrafen“.

Scham und Peinlichkeit sind also nicht per se etwas Schlechtes. Vielleicht hilft es, beim nächsten peinlichen Erlebnis einfach zu denken: „Wow, das war unangenehm! Naja, shit happens. Und hell yeah, diese lustige Story wird direkt beim nächsten Mädelsabend für ein paar Lacher sorgen!“. Denn eins ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Jedem von uns passiert mal was Peinliches. Aber das Leben ist definitiv zu kurz, um sich mit unnötigen Schamgefühlen den Tag zu vermiesen!

 

 

 

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