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Scheidenpilz

Fight the Scheidenpilz: 10 Hausmittel

Wenn es untenrum juckt und brennt, ist das wirklich alles andere als sexy – und einfach nur unangenehm! Dafür schämen, müssen wir uns aber nicht! Tatsächlich kennen viele Frauen dieses Problem im Intimbereich. Rund jede fünfte Frau litt bereits einmal in ihrem Leben an einem Scheidenpilz. Für uns ein guter Grund dieser Sache einmal ganz genau auf den Grund zu gehen: Scheidenpilz – was sind die Ursachen, Symptome und was hilft wirklich dagegen?

Jucken und Brennen im Intimbereich: Scheidenpilz

Der Scheidenpilz, auch als Vaginalpilz oder Vaginalmykose bekannt, ist eine gynäkologische Pilzinfektion, bei der sich vorwiegend die Vulva und die Vagina entzünden. Oftmals entsteht Scheidenpilz durch ein Ungleichgewicht des pH-Wertes. Schuld daran ist in den meisten Fällen eine harmlose Besiedlung der Vagina mit dem Hefepilz Candida albicans. In sehr seltenen Fällen können auch andere Arten wie Candida glabrata oder Candida tropicalis zu einer Infektion führen.
Der Candida albicans befällt die Milchsäurebakterien im Intimbereich, die dann wiederum Milchsäure produzieren. Zur Folge hat dies, dass in der Vagina ein ziemlich saures Milleu entsteht – und es unangenehm juckt!
Ein Scheidenpilz kann sich aber auch durch andere Symptome äußern, wie:
  • Brennen in der Vagina
  • Rötung und Schwellung im Innen- und Außenbereich der Scheide
  • weißlicher, cremiger bis teilweise krümeliger Ausfluss
  • Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs

Wie, wo, was – Ursachen für Scheidenpilz

Wie bereits erwähnt ist meist der Hefepilz Candida albicans die Ursache für fiesen Scheidenpilz. Aber es gibt natürlich auch noch andere Umstände, die zusätzlich die Bildung einer Vaginalpilz-Infektion begünstigen:

  1. Zu häufiges Waschen im Intimbereich mit Seife und Waschlotion
  2. Übertriebene Verwendung von Intimsprays, braucht kein Mensch!
  3. Tragen von zu enger Kleidung oder synthetischer Unterwäsche, sodass der Intimbereich nicht mehr atmen kann
  4. Einnahme von Antibiotika, z. B. nach einer Blasenentzündung – dadurch werden alle Bakterien im Körper beseitigt, auch die guten Milchsäurebakterien der Vaginalflora
  5. Auch Medikamente wie die Pille, Immunsuppressiva oder Glukokortikoide können eine Vaginalpilz-Infektion fördern, da die Vaginalflora hier ebenfalls negativ beeinflusst wird
  6. Psychischer und körperlicher Stress
  7. Reduzierte Abwehr aufgrund einer Diabetes-mellitus-Erkrankung
  8. eine Schwangerschaft
  9. Immundefizite und häufige Infektanfälligkeit

Scheidenpilz: Was hilft wirklich?

Solltest du den Verdacht haben, dass du dich mit einem Scheidenpilz infiziert hast, gehe bitte unbedingt zum Gynäkologen! Dein Arzt oder deine Ärztin wird dich untersuchen, einen Abstrich nehmen und unter dem Mikroskop feststellen, ob es sich um eine Vaginalpilz-Infektion handelt oder nicht. Je nachdem bekommst du dann Zäpfchen, Tabletten oder eine Creme zur Behandlung, die du mehrere Tage (bis zu einer Woche) hintereinander kontinuierlich anwenden solltest. Oftmals klingen die Symptome relativ schnell wieder ab. Einige Betroffene verspüren schon nach wenigen Stunden eine Besserung. Dies bedeutet aber nicht, dass der Scheidenpilz sich vom Acker gemacht hat. Um die unliebsame Infektion wirklich loszuwerden, solltest du die Behandlung mindestens drei bis sieben Tage durchführen.

Achtung: Eine Vaginalpilz-Infektion ist ansteckend und kann sich bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr auf den Partner übertragen! Um den sogenannten Ping-Pong-Effekt zu vermeiden, solltest du dich ausreichend schützen und deinen Partner bei einer eventuellen Infektion gleich mitbehandeln.

Vorsicht bei einer Schwangerschaft!

Gerade für schwangere Frauen ist es sehr wichtig, Scheidenpilz vorzubeugen oder die Infektion früh zu erkennen. Denn unter Umständen kann eine Vaginalpilz-Infektion für das Baby gefährlich werden. Die Bakterien können in die Gebärmutter aufsteigen und eine Frühgeburt auslösen.

Zudem kann die Pilzinfektion bei der Geburt auf das Baby übergehen. Um einen Scheidenpilz früh zu erkennen, gibt es in der Apotheke pH-Teststreifen. Bei einem Verdacht sollte aber auch hier direkt der Gang zum Gynäkologen erfolgen.

Dos & Don’ts bei Scheidenpilz!

Hast du dich mit einem Scheidenpilz angesteckt, sind diese Dos & Don’ts in jedem Fall zu beachten:

Dos:

  • Geh beim Geschlechtsverkehr auf Nummer sicher und verwende Kondome! So verhinderst du auch, dass sich dein Partner ansteckt.
  • Nach einer Vaginalpilz-Infektion können die Schleimhäute sehr trocken sein. Gleitgel wird in der nächsten Zeit zu deinem besten Freund werden!
  • Statt deiner sexy Spitzendessous sind während der Behandlung einer Infektion Slips aus Naturmaterialien wie Baumwolle gefragt. Dadurch gibst du deinem Intimbereich die Möglichkeit, einmal ordentlich durchzuatmen.

Don’ts:

  • Oralverkehr ist während einer Scheidenpilz-Infektion ein echtes Tabu! Wusstest du, dass sich die für den Scheidenpilz verantwortlichen Hefepilze auch in der Mundhöhle ansiedeln können? Das klingt nicht nur ziemlich fies …
  • Wechsel bitte niemals ungeschützt zwischen Anal- und Vaginalverkehr! Durch die Darmbakterien können sich in deiner Scheide – neben der Pilzinfektion – zusätzlich andere Bakterien ansiedeln – der absolute Supergau! Aber auch ohne Vaginalpilz-Infektion solltest du ungeschützt nicht zwischen vorne und hinten wechseln.
  • Durch den Scheidenpilz ist der Intimbereich sehr gereizt. Falls möglich, solltest du deiner Lust eine kleine Pause gönnen!

 

Schon mal von diesen Scheidenpilz-Mythen gehört?

Ob im Freundeskreis oder im Netz – es kursieren allerhand Mythen zum Thema Scheidenpilz, die oftmals allerdings absoluter Quatsch sind. Wir verraten dir, was an den Top 3 Scheidenpilz-Theorien dran ist und bei welchem Satz du ab sofort getrost weghören kannst!

Scheidenpilz-Mythos Nr. 1: Ich habe mich auf der Toilette angesteckt!

Wie oft hört man diesen Scheidenpilz-Mythos? Und eigentlich klingt es ja auch irgendwie ganz logisch: Schließlich sind auf der Toilette Bakterien und diese kleinen Kerlchen verbinden wir mit Dreck und Infektion. Nicht ganz! Hier liegt der Fehler in der Schlussfolgerung. Du kannst dich nämlich nicht direkt auf der Toilette mit Scheidenpilz anstecken, sondern durch eine falsche Wischtechnik. Haben wir nicht alle gelernt, stets von vorne nach hinten zu wischen? Wechselst du hier aus Hektik oder Ekel die Richtung – schwups, landen Darmkeime in der Scheide und können so eine Vaginalpilz-Infektion auslösen.

Scheidenpilz-Mythos Nr. 2: Ich bin dreckig, wenn ich mich angesteckt habe!

NEIN! Scheidenpilz kann jede Frau treffen und ist auch absolut kein Grund, sich aus Scham tagelang mit den unangenehmen Symptomen herumzuquälen. Oftmals ist es nämlich genau andersherum: Frauen, die sich viel im Intimbereich waschen und dazu auch noch ein schäumendes Duschgel verwenden, reizen ihre vaginale Schleimhaut und sind dementsprechend oft von einem Scheidenpilz getroffen, der hier leichtes Spiel hat. Leider lässt sich eine Vaginalpilz-Infektion auch nicht einfach wieder „wegwaschen“. Hast du dich angesteckt, hilft nur noch der Gang zum Arzt oder in die Apotheke.

Scheidenpilz-Mythos Nr. 3: Mein Freund hat mich angesteckt, also geht er fremd!

Hier müssen wir einmal klarstellen, dass Scheidenpilz keine Geschlechtskrankheit ist. Dieser Mythos ist also an Humbug nicht zu übertreffen! Wenn er dich mit einer Vaginalpilz-Infektion „angesteckt“ hat, erkennst du daran definitiv keine Untreue! Hier lohnt es sich also überhaupt nicht, die Pferde wild zu machen. Da wir Frauen den für den Scheidenpilz verantwortlichen Hefepilze Candida albicans in unserer Vaginal-Schleimhaut tragen, kann bei einem Ungleichgewicht eine Scheidenpilz-Infektion entstehen. Wir müssen der Wahrheit ins Auge sehen: Einen Scheidenpilz holen wir uns nicht, wir haben ihn! Jackpot …

Über die Vulva-Bloggerin

Carolina

Carolina ist ein absoluter Ordnungsfreak - sie weiß sofort, wo sie gar nicht erst suchen braucht. ? Als freie Journalistin schlägt ihr Herz (neben dem Schreiben) für Schweden, Chai Latte und Yoga - vor allem aber für ihren Hund, mit dem sie echt alles teilt. Ok ... fast! Das Leberwurst-Eis überlässt sie dann doch lieber ihrer kleinen Fellnase.

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