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scheidentrockenheit

„Na Mädels, etwas trocken da unten?“ – Tipps bei Scheidentrockenheit

Die ein oder andere wird während der Werbung zum Thema Scheidentrockenheit vielleicht schon aufgehorcht haben. Aktuell wird von einem großen, namenhaften Hersteller mit diesem Spruch Gleitgel beworben und rückt damit ein Thema in die Öffentlichkeit, das nicht nur Frauen jenseits der Wechseljahre betrifft – Scheidentrockenheit.

Scheidentrockenheit – hab ich das?

Bei Scheidentrockenheit (oder auch Vaginale Atrophie) ist das natürliche Gleichgewicht der Vagina gestört. Eine „gesunde“ Vagina hat ein feuchtes Scheidensekret, deren Milchsäurebakterien krankmachende Keime vernichten.

Deshalb ist ein leichter Ausfluss völlig normal und diese „Panty Challenge“, die es vor ein paar Jahren gab, wirklich nonsense und gesundheitsschädlich. Damals wurde den (oftmals noch sehr jungen) Mädchen vorgemacht, dass nur ein sauberes und komplett trockenes Höschen „gut, gesund und normal“ sei. Aber im Endeffekt ist genau das gefährlich. Keinerlei Ausfluss deutet auf eine Scheidentrockenheit hin, die schnell zum Nährboden für Bakterien, Pilze, Viren und Keime führt.

Wir bemerken eigentlich erst, dass wir „untenrum“ zu trocken sind, wenn’s beim Sex trotz Lust nicht richtig klappt oder wenn während der Periode der Tampon sich nicht einführen lässt (es fühlt sich an als würde er nach wenigen Millimetern „steckenbleiben“)

 

Was sind die häufigsten Ursachen von Scheidentrockenheit?

Scheidentrockenheit jenseits der Wechseljahre kann unzählige Ursachen haben. Oft tritt es als Begleiterscheinung anderer Krankheiten auf.

  1. Hormonschwankungen / hormonelle Veränderungen
    Der häufigste Grund bei Scheidentrockenheit ist Östrogenmangel. Sofern dieser nicht durch die Wechseljahre hervorgerufen wird, entsteht er z.B. durch die Einnahme der Mikro-Pille über einen längeren Zeitraum. Während und nach der Schwangerschaft, sowie während der Stillzeit kann es ebenfalls zu Scheidentrockenheit kommen.
  1. Krankheiten
    Die Östrogen-Produktion leidet ebenfalls bei Diabetes, Bluthochdruck, Multiple Sklerose, Endometriose oder Autoimmunkrankheiten (z.B. das Sjögren-Symptom)
  1. Medikamente
    Auch bei Einnahme der Pille oder bei Antidepressiva kann es zu Scheidentrockenheit kommen
  1. Stress und/oder psychische Probleme
    Bei ständigem oder langanhaltendem Stress (egal ob Arbeit oder Beziehung), sowie psychische Leiden wie Depressionen, Traumata oder Angstzustände bringen nicht nur unseren Kopf, sondern auch unseren Körper durcheinander. Wenn der Kopf nicht mitspielt, bleibt die Vagina oft auch trocken.
  1. Übertriebene und/oder falsche Intimhygiene
    In den Drogerien gibt es mittlerweile viele verschiedene Intimdeos, -sprays und -lotionen oder parfümierte Gleitgele und Hygienemittel, die zwar gut gemeint sind, aber hauptsächlich Schaden anrichten. Ebenso wie aggressive Seifen und Duschgels, Parfüms und Feuchttücher greifen sie durch ihre oftmals chemischen Inhaltsstoffe den natürlichen Schutzfilm der Vagina an.Der natürliche pH-Wert der Scheide liegt zwischen 3,8 und 4,5 und befindet sich dadurch im sauren Bereich. Normalerweise ist es ausreichend seinen Intimbereich mit lauwarmem Wasser zu reinigen. Ja, wirklich! Wenn die Scheide ihre Säureintensität verliert oder der pH-Wert alkalisch wird, führt dies zum Ausfluss und schlechtem Geruch (z. B. bakterielle Vaginose). Dauerhaft führt dies ebenfalls zu Scheidentrockenheit.
  2. Falsche Gleitgele und Öle
    Hier gilt ebenfalls – wenn man auf Gleitgele oder Öle zurückgreifen möchte, sollte man sich vorher mit den Inhaltsstoffen gründlich auseinandersetzen. Leider gibt es hier viele „schwarze Schafe“ unter den Herstellern und des erhofften Lustgewinnes, bleibt man irgendwann auf dem Trockenen.Chemische Inhaltsstoffe, Parfüm und künstliche Aromen schaden bei häufiger Anwendung der Scheidenflora und führen zu Trockenheit. Eine Teufelsspirale.

Mit diesen Tipps bei Scheidentrockenheit flutscht’s wieder

  • Bei der Reinigung des Intimbereiches sollte auf Seife, sowie parfümierte Produkte verzichtet werden. Es reicht lauwarmes Wasser. Sofern Bedarf besteht, kann man sich in der Apotheke ein mildes Präparat mit niedrigem pH-Wert besorgen – das greift die Scheidenflora nicht zusätzlich an. Auf den Einsatz von Intimsprays, Enthaarungscremes oder Scheidenspülungen sollte verzichtet werden. #unnötig!!
  • Während der Menstruation sollten lieber Binden oder Menstruationstassen verwendet werden, da Tampons nicht nur Blut sondern auch die normale Feuchtigkeit in der Scheide aufsaugen.
  • Auch die Wahl der Kleidung kann die Scheidenflora beeinflussen – zu enge Hose, Stringtangas und Strumpfhosen erhöhen die Temperatur des Intimbereichs und bilden dadurch einen Nährboden für Bakterien. Stattdessen sollte lieber auf die Unterwäsche aus Baumwolle zurückgegriffen werden.
  • Wichtig ebenfalls – Entspannung. Bei stressbedingter Trockenheit ist es wichtig sich Zeit für sich nehmen. Helfen kann da z.B. autogenes Training, Meditation, Spaziergänge oder auch Tees (z.B. mit Baldrian).
  • Beim Sex Kondome und/oder Gleitgel (auf Wasserbasis) verwenden. So vermeidet man Schmerzen, die zusätzlichen Stress oder Verkrampfungen auslösen.
  • Generell gilt – im Zweifelsfall immer einen Arzt aufsuchen!

 

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Quellen:

https://www.rtv.de/gesundheit/scheidentrockenheit

https://www.wunderweib.de/scheidentrockenheit-was-bei-trockener-vagina-wirklich-hilft-98714.html

https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_78270876/scheidentrockenheit-mit-hausmitteln-natuerlich-behandeln.html

https://focus-arztsuche.de/magazin/krankheiten/scheidentrockenheit-ursachen-und-hilfe-mit-hausmitteln

Über die Vulva-Bloggerin

Janina

Janina’s Grundschullehrer schrieb einmal: „Der sprachliche Ausdruck ist eigenständig und oft originell“. Das versucht sie bestmöglich beizubehalten. Ihr Motto: „Einfach mal machen“. Außerdem ist sie für die Abschaffung von Schubladendenken. Jeder sollte sich, seinen Stil und seine Sexualität so ausleben dürfen wie er möchte. Sie ist ein Fan von Klassikern und liebt Stracciatella-Eis.

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