These girls rock! Interview mit these-girls.com

Liebe Jana, liebe Teresa – ihr schreibt, dass ihr euch schon eine Weile kennt (und beide Drake Fans seid ;-)) – wir habt ihr euch gefunden?

Wir haben uns vor sieben Jahren kennengelernt, als wir beide bei der Zeitschrift ELLE in München gearbeitet haben. Drake kam dann erst später dazu 🙂

Mit eurem Blog möchtet ihr anderen Frauen und Mädchen das mitgeben, was euch beim Aufwachsen gefehlt hat – was ist das genau und fehlt das heute immer noch?

Der Sisterhood-Gedanke (besonders im Berufsleben) hat uns oft gefehlt und ist heute zum Glück viel stärker. Aber auch das gegenseitige Wertschätzen, dass sich Frauen und Mädchen ohne Neid und ohne Vorurteile nicht nur gegenseitig akzeptieren, sondern auch unterstützen ist für uns existentiell. Dieses Gefühl, haben wir lange vermisst. Was uns damals beim Aufwachsen oder als Teens gefehlt hat, waren Frauen/Role models, die nicht ‚nur‘ dem gängigen, westlichen Schönheitsideal entsprachen oder einer Laufsteg-Fantasie sind.

Ihr pickt euch immer wieder, wie auch wir mit Periode / Tampons und Co, Themen aus, über die andere nicht sprechen. Gibt es trotzdem auch bei euch „Tabuthemen“?

Eigentlich gibt es keine Tabuthemen für uns. Alles was uns oder unsere Leser und Follower beschäftigt, wollen wir behandeln. Themen wie Menstruation, Körperbehaarung, Selbstbefriedigung oder häusliche Gewalt, etc. werden viel zu wenig betrachtet und thematisiert. Aber genau diese Themen brauchen wir, um endlich mit falschen Vorstellungen oder Erwartungen aufzuhören und uns selbst den Druck zu nehmen. Oft auch, um genau zu diesen Themen einen Bezug zu bekommen. Wir wollen so authentisch wie möglich sein und dazu sehr persönlich, deswegen sind alle Themen immer sehr nah bei uns.

Wer eurem Blog und eurem Instagram Account folgt, wird ständig von großartigen Frauen inspiriert, die von euch porträtiert werden. Seht ihr das als gesellschaftliches Problem, zu wenig sichtbare Rollenvorbilder? Warum sind eure Mighty Girls of the week so wichtig?

Wir lieben unsere Mighty Girls! Sie reichen von weltbekannt bis unbekannt/Nische/noch nicht bekannt. Wir wollen mit dem wöchentlichen Mighty Girl Follower inspirieren, ihnen neuen Role models vorstellen, auf verschiedenste Frauenbilder und Schönheitsideale aufmerksam machen und zeigen. Jeden Mittwoch gibt es ein neues Mighty Girl, das zeigen soll, wie viele coole Frauen es gibt. Und daran erinnern, dass in jeder von uns ein Mighty Girl steckt 🙂

Aber nicht nur das, es geht auch um Feminismus, Lifestyle und sogar kleine Coachings findet man bei euch auf dem Channel. Geht euch “dieser Feminismus” manchmal nicht auch auf die Nerven?

Wir glauben, es gibt keinen typischen Feminismus. Den Klischee-Feminsmus gibt es so nicht mehr, the new kind hält viel mehr Akzeptanz inne. Jemand, der sich die Lippen machen lässt und gerne schminkt kann genau eine Feministin sein, wie jemand, der sagt, ich rasier mich nicht mehr. Auch Männer können Feministen sein. Für uns geht es im Feminismus um Gleichheit, nicht dass das eine Geschlecht stärker/besser/schlauer ist als das andere. Es geht um intersectional feminism, dass heisst, dass Feminismus nur Feminismus sein kann, wenn man für die Freiheit und Gleichheit ALLER Frauen kämpft.

(-> You’re damn right!)

#boobseverywhere auch in eurem tollen Logo. (Davon sind wir übrigens mega Fan!) Ihr steht auch für Vielfältigkeit und Bodypositivity, findet das immer nur Zuspruch?

Bis jetzt ja 😉 Wir haben grandiose Resonanz von so vielen Leserinnen auf Artikel wie Selbstbewusstsein, Body positivity, ode to big and small boobs bekommen. Weil wir uns Themen aussuchen, die uns am Herzen liegen und uns genauso beschäftigen wie unsere Leser, haben wir ein gutes Bauchgefühl.

In eurem Blog beschäftigt ihr euch auch immer mit dem Tabu der Menstruation, wieso ist das gerade jetzt ein so wichtiges Thema? “So why do grown ass women still whisper when they ask their colleagues for tampon?”

Unser Bauchgefühl ist es, dass wir Frauen es leid sind, diese natürlichen Features 🙂 die unsere Körper haben, zu verstecken oder uns gar dafür zu schämen, nur weil es manche Männer „eklig“ finden, wie z.B. Menstruation oder das Stillen, was lächerlich ist. Je mehr wir diese Themen ab jetzt gemeinsam enttabuisieren, desto normaler werden sie nicht nur für uns, sondern auch für die nachfolgende Generation, unsere Töchter, etc.

Wir wollen alle Frauen ansprechen, egal welche Kleidergröße, Hautfarbe, Religion oder sexuelle Orientierung – und wir wollen alle Frauen inspirieren, mutiger zu werden und sie selbst zu sein.

 

Dem haben wir nichts hinzuzufügen. Außer: Ihr seid der Hammer!